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Gastkommentar, 26.4.2020: Die Corona-Epidemie ist vorüber, die gesellschaftliche Krise geht erst richtig los Drucken E-Mail

Die Corona-Epidemie ist vorüber, die gesellschaftliche Krise geht erst richtig los

In ganz Europa endet jetzt die Epidemie. Das Auslaufen erfolgt unabhängig davon, welche Maßnahmen die einzelnen Länder
ergriffen haben. Aber die Krise in der gesamten Gesellschaft geht erst richtig los. Diese Katastrophe wurde nicht vom Corona-Virus ausgelöst, sondern von den Maßnahmen der meisten Regierungen.

Erinnern wir uns an die Zeit vor rund zweieinhalb Monaten. Damals ist Covid-19 In Europa angekommen. Die Reaktion darauf zerfiel in zwei Teile.

Die einen befürchteten eine Epidemie mit hunderttausenden, ja vielleicht Millionen Toten - ausgelöst durch ein hoch ansteckendes neues Virus, welches eine tödliche Lungenkrankheit massenhaft verursacht. Ihre Sicht der Gefahr stützten sie vor allem auf Berichte von Massenmedien und den daraus entwickelten mathematischen Schätzmodellen mit willkürlichen Annahmen. Ihre Schlussfolgerung war: Ein nahezu totales Herunterfahren des sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ist notwendig.

Die anderen (ich rede hier von Mitgliedern der wissenschaftlichen Elite) sahen den neuen Corona - Virus als Teil der alljährlichen Influenza (Grippe-)welle mit den üblichen jährlich wechselnden Mutationen. Sie traten für Maßnahmen ein, die man im Rahmen einer Influenzawelle treffen sollte. Überdies machten sie genaue Vorhersagen über Verlauf und Stärke von Covid-19. In einem Satz zusammengefaßt: Es würde sich um eine Epidemie im Ausmaß einer (vielleicht) stärkeren Grippewelle handeln! Und langfristig vielleicht noch wichtiger: Sie warnten davor, dass die Folgen eines „Lock Down“ einen gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichten würde, der weit höher als der Schaden der Epidemie sein würde.

Nun sind noch viele Fragen in Bezug auf Covid-19 offen. Aber eine grundsätzliche Beurteilung der Lage ist möglich, weil es europaweit (zum Teil weltweit) ausreichend Daten gibt, die außer Streit gestellt werden können. Diese Beurteilung ist auch dringend notwendig ,wenn wir in Zukunft nicht notwendigen Schaden verhindern wollen.

Die europäische Statistik für Todesfälle (EuroMomo) weist aus:
Die Gesamtzahl der Toten entspricht dem Ausmaß (der Übersterblichkeit) einer stärkeren Grippewelle. Diese Zahl sinkt rasant - die Welle ist zu Ende.
Wie die Kritiker des „Lock Down“ bemängelt haben, wurden bei der Beurteilung des neuen Corona-Virus die weltweit anerkannten medizinisch-wissenschaftlichen Standards (der Seuchenmedizin) massiv verletzt. Die Zahl der Infizierten, die Zahl der Kranken, die Zahl der dem Virus anrechenbaren Todesfälle - alles wurde von den meisten Regierungen willkürlich durcheinander gewürfelt und (de facto) manipuliert. Dadurch wurden Horrorvisionen jederzeit modelierbar - ganz wie man es für nötig hielt.

Es wurden von den Regierungen nicht nur wissenschaftlich nicht fundierte Horrorbilder herbeigefürchtet. Noch schlimmer war, dass sie meistens ihre eigentliche Aufgabe in der Situation nicht wahrnahmen - die Veranlassung von wissenschaftlichen Studien zur Beschaffung von aussagekräftigen Daten und deren Verwendung in weiteren Studien.
Die Staaten hatten vor zwei Monaten bereits durchaus Daten, die für eine wissenschaftliche Beurteilung verwendbar waren. Hätten die (meisten) Regierungen ihre Pflicht (in der Situation) erfüllt, hätten sie seit zwei Monaten wissen können dass:
- zu keinem Zeitpunkt belastbare Daten vorlagen, die eine tödliche   Epidemie (im Ausmaß) jenseits einer Influenzawelle erwarten ließen
- die angebliche Gefährlichkeit des Virus in dem Ausmaß sank, in dem die verfügbaren Daten genau analysiert wurden
- die bewährten Regeln bei Influenza-Epidemien ( Hygiene, notfalls Einzelquarantäne und Schutz von gefährdeten Personen) der beste Weg zur Bewältigung von Epidemien der Atemwegsinfektionen sind.

Durch die völlig einseitige Auswahl von Beraterstäben (Ausnahme Schweden) wurde das Fachwissen von nationalen und internationalen Spitzenwissenschaftlern ausgeschlossen. Auch in der öffentlichen Debatte wurden diese nicht beigezogen, sondern einer strengen Zensur unterworfen und als Wirrköpfe hingestellt. Die Gesellschaft jedoch hätte gerade kritische Experten gebraucht, die eine Korrektur des wahnwitzigen Kurses eingeleitet hätten, der nun darauf hinaus läuft, dass wegen der angefachten Hysterie weitaus mehr Menschen weltweit sterben müssen, als es durch Covid-19 allein der Fall gewesen wäre.


Die wissenschaftlichen Kritiker der ersten Stunde, die mit ihren klaren Aussagen meistens recht behalten haben, warnen auch jetzt wieder: Die Quarantäne der jungen Menschen behindert den Aufbau der Herdenimmunität, die ein wesentlicher Grund für das Abflauen einer Epidemie von Atemwegsinfektionen ist. Das gleiche gilt für das faktische Ausgangsverbot (im Frühling) für alle Menschen, die nicht potentielle Risikopatienten sind. Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen zu halten ebnet erst recht den Weg für eine zweite Welle von Erkrankungen.

Die Regierungen (Ausnahme Schweden) sind nun in einem Dilemma gefangen. Die Anerkennung der wissenschaftlich fundierten Positionen in der Epidemologie setzt sie einem hohen Risiko des Amtsverlustes aus, Einfach mit der Hysterie weiter zu machen, ist aber auch nicht länger erfolgversprechend (im Sinne von Wahlsiegen). Die jährliche Welle der Atemwegsinfektionen ist im Frühling einmal vorbei - egal was die Regierungen anordnen. Die riesigen Kollateralschäden der rabiaten Therapie werden mit jedem Tag sichtbarer.

Eine scharfe Zensur hat im staatlichen Bereich und bei den Massenmedien einige Zeit gut funktioniert. Aber das Internet bekam man nie ganz unter Kontrolle. Zwar haben die Konzerne schon mitgeholfen und wissenschaftliche Beiträge gelöscht. Aber immer mehr Wissenschaftler gehen ins Internet und werden dort gehört.

Also planen die Regierungen einen Strategiewechsel. Die düsteren Bilder der Hysterie werden umgemalt. Es tauchen freundliche Farben einer möglichen „Auferstehung“ der früheren Zeiten auf - natürlich nur, wenn man den Weg der Regierung mit geht. Man wird freundlicher. Sogar die deutsche Bundeskanzlerin Merkel sympathisiert mit „Widerspruch“.
Vor allem wird aber der Kern der Argumentation umgestellt.
Aus dem drohenden Massentod wird ein ein erfreulicher Regierungserfolg. Aus der wissenschaftlichen Kritik an der hysterisch falschen Gesundheitspolitik wird der große Beweis der Richtigkeit:
Nicht die Kritiker hatten recht, weil das große Massensterben nicht eingetreten ist, sondern die Regierung hat recht, weil das große Massensterben nicht eingetreten ist! Eine wissenschaftliche Begründung für diese Behauptung haben die Regierungen nicht.

Dafür haben sie eine gut organisierte Zensur. Solange die Mehrheit der Menschen die wissenschaftlichen Informationen nicht hat, ist ein Wahlsieg der populären MacherInnen möglich. So manche werden sich mit einer Neuwahl wohl beeilen.

Aber war da nicht noch etwas? Doch, die Wirtschaft liegt nun am Boden! Aber die Regierung sagt, sie sei dafür nicht verantwortlich, es war der Virus!

Die wissenschaftlichen Kritiker haben vor dem riesigen Kollateralschaden gewarnt. Die Uno warnt jetzt vor einer großen Hungerkatastrophe.
Ich warne davor, daß es Massenerkrankungen gibt, die noch viel mehr Tote fordern als Covid-19. Wenn immer der Virus verantwortlich ist, dann haben wir jedes Jahr einen „Lock Down“ !

Hans Kohlmaier Wien, 24.04.2020


 
Aktuelles Thema: Covid-19: Langsam kommt Licht ins Dunkel Drucken E-Mail

Die Regierung kommt trotz der bis dato überfreundlichen und äußerst unkritischen Berichterstattung der Medien, welche nicht unwesentlich dazu beitrug, dass derzeit 70% der Österreicher den handelnden politischen Akteuren ein hervorragendes Krisenmanagement bescheinigt, zunehmend in Erklärungsnotstand.

Dabei ist der Eiertanz um die Frage, inwiefern das Tragen von Masken zur Eindämmung einer Ansteckungsgefahr beitragen könnte, wenig ausschlaggebend. Sicherlich, es stellt sich auch hierbei die Frage, von welchen Expertenstab sich die Regierung bei dieser Frage beraten ließ, denn noch am 28.2. erklärte Kanzler Kurz in der ZiB2: „Es bringt nichts mit Masken herumzulaufen, die einen ohnedies nicht schützen.“ Mittlerweile haben zahlreiche Ärzte auch im ORF das bestätigt, was jedem gesunden Hausverstand einleuchtet: dass nämlich jede Art von Mundschutz, die imstande ist, Tröpfchen hintanzuhalten, natürlich auch eine gewisse Art von Schutz darstellt. Und urplötzlich wird gleichsam eine Maskenpflicht eingeführt und auch Wirtschaftsministerin Schramböck verkündet am 3.4. von einem eingerichteten Prüfzentrum, welches die Qualität von Masken innerhalb von 24 Stunden überprüfen könne. Na also, geht doch!

In der Frage der Tests verhielt sich die Sache ähnlich. Kurz und Anschober sprachen sich von Beginn der Krise an vehement gegen Tests bei Menschen ohne Krankheitssymptomen aus. Erst als dann die WHO dazu aufforderte, viel mehr zu testen, vollzog Kanzler Kurz einen ersten Schwenk. Anschober hingegen blieb und bleibt diesbezüglich nahezu weiterhin linientreu. Offenbar hat ihn sein Expertenstab nicht darüber informiert, was jedem vernünftigen Menschen seit Beginn der Erkrankungswelle einleuchtete: Erst eine Vielzahl von Tests, auch repräsentativer Art innerhalb der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, kann dazu beitragen, ein Bild davon zu bekommen, wie viele Menschen tatsächlich bereits mit dem Virus infiziert sind. Nicht nur dass sich dann auch positiv getestet Personen, die von ihrer Erkrankung noch gar nichts wissen, in Quarantäne hätten begeben können und somit andere vor einer Ansteckung bewahrt hätten, viel entscheidender wären die dadurch erhaltenen Hinweise auf die Dunkelziffer der Infizierten gewesen. Denn erst dann wären die Statistiken über die durch das Virus verursachte Sterblichkeitsrate sowie über seine Gefährlichkeit aussagekräftig.

Sollte die Regierung im Nachhinein damit argumentieren - und ich befürchte dies - man habe eben im Laufe dieses außergewöhnlichen Ereignisses dazugelernt, so hinkt diese Erklärung schon alleine deshalb von vorne bis hinten, als ich auch den handelnden Personen in der Regierung so etwas wie einen gesunden Hausverstand zubillige. Das Argument, man hätte so gehandelt, weil zu wenig Masken am Markt verfügbar waren, würde bedeuten, dass man die Bevölkerung ganz einfach belogen hat. Na ja.

Vergleichsweise harmlos sind Pannen wie zum Beispiel rund um den „Oster-Erlass“ einzustufen, obwohl es sich dabei um Beschränkungen handelt, welche in Teilbereichen unsere Verfassung außer Kraft setzen würden. Dessen sollten sich Politiker eigentlich bewusst sein. Aber immerhin - Anschober hat sich mit einem „sorry“ entschuldigt und Klarstellung für Montag angekündigt. Wir werden sehen, wie diese ausfällt.

Niemand bestreitet die Existenz von Covid-19. Und es ist wohl auch unbestritten, dass jeder gerne auf den Besuch dieses Virus in seinem Körper verzichten möchte. Kein vernünftiger Mensch bestreitet auch, nach all dem, was wir bisher über dieses Virus wissen, dass es schwere Krankheitsverläufe hervorrufen kann und mitunter auch zum Tod führen kann.

Aber um die Gefährlichkeit eines Erregers beurteilen zu können, ist es ein völliger Nonsens ihn bei nur jenen Menschen durch einen Test nachzuweisen, die bereits Symptome zeigen und dann die positiv Getesteten in einem Verhältnis zu jenen Menschen zu setzen, welche das Virus zum Todeszeitpunkt in sich getragen haben. Dabei bleibt nicht nur völlig ungeklärt, ob letztlich das Virus zum Tod geführt hat, es wird jede aussagekräftige Statistik ad absurdum geführt. Das bestätigt auch der Innsbrucker Infektiologe Prof. Günter Weiss in einem ZiB-Interview vom 3.4., indem er meint, dass es sich nur schwer sagen ließe, wie viele der Verstorbenen nun tatsächlich ursächlich am Corona-Virus verstorben sind. Führende und anerkannte Wissenschaftler machen seit Beginn der Krise auf diese Diskrepanzen aufmerksam, aber ihre Analysen wurden ohne zu argumentieren nahezu sabotiert. Leider auch von den bestimmenden Medien im Land. Keine Diskussion, keine wirkliches Entkräften, der Innenminister forderte die Bevölkerung sogar im ORF auf, nur der Regierungslinie Glauben zu schenken. Entscheidungsorientierung an wissenschaftlichen Fakten sieht anders aus und wurde offenbar von der Regierung ignoriert.

Die nahezu gebetsmühlenartigen Beteuerungen der Regierung, man müsse die „Kurve“ der Infizierten „flach halten, um einen Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern, scheint auf den ersten Blick plausibel.

Allerdings kracht es in unserem Gesundheitssystem bereits bei dieser flachen Kurve an allen Ecken und Enden. Jahrelanger Abbau von Ressourcen und Sparmaßnahmen zeigen sich nun in drastischer Art und Weise.

Es stellt sich auch die Frage, warum man nicht schon in den Jahren zuvor in Zeiten der Grippewelle den „nationalen Notstand“ ausgerufen hat und zu ähnlich drastischen Maßnahmen gegriffen hat wie nun. Laut Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kostete alleine 2018/19 die Grippewelle 1400 Personen das Leben, ein Jahr zuvor sogar 2800, wobei der Infektionsgrad bei über 400 000 Menschen lag. Wer von uns erinnert sich nicht an die überfüllten Spitalsgänge, auf denen Patienten herumlagen. Im Vergleich dazu halten wir mit heutigem Tag (4.4.) nach Angaben der Regierung bei 11665 bestätigten Fällen und 186 Todesfällen. Forscher der Wirtschaftsuniversität Wien haben Ergebnisse aus Island über die Verbreitung des Virus (Im Unterschied zu Österreich wurde dort ein breitflächiges Testprogramm durchgeführt, um Aufschlüsse über die tatsächliche Verbreitung im Land zu bekommen) in verschiedenen Szenarien auf die Verhältnisse in Österreich übertragen und kamen zu dem Schluss, dass die Anzahl der Infektionen bei allen angewandten Methoden der Berechnung im Durchschnitt etwa neunmal so hoch sein dürfte wie die der bestätigten Fälle, wobei die Schwankungsbreite jedoch sehr hoch ist. Der Multiplikator könnte aber auch bei vier oder vierzehn liegen. (Stand 1.4.)

Man darf dabei nun nicht vergessen, dass die Covid-19-Erkrankung sich just zu dem Zeitpunkt einstellte, zu dem auch die jährliche Grippewelle auf einem Höhepunkt war. Es ist daher bei der derzeitigen statistischen Vorgangsweise der Regierung zu erwarten, dass mit dem Auslaufen der Grippewelle auch die Anzahl der Coronafälle abnehmen wird. Und das auch ohne drastische Maßnahmen.

Unterm Strich bleibt mehr als ein ungutes Gefühl bei der Vorgangsweise der Regierung. Ein ganzes Land buchstäblich an die Wand zu fahren, sowohl ökonomisch als auch sozial, ist eine Maßnahme, welche einer fundierten Begründung bedarf, die auch wissenschaftlich unumstritten ist. Dass das im gegenständlichen Fall jedoch nicht gegeben ist, wird immer klarer - und das ist die eigentliche Problematik.

 

Gerhard Kohlmaier, 5.4.2020

 
4.4. Langsam wird ein Umschwenken in der Argumentation vollzogen Drucken E-Mail

Immer deutlicher übernehmen auch größere Medien die kritische Haltung der „Steuerinitiative“ zum Datengebrauch und dessen Aussagekraft in der Corona-Problematik.

Es hat zwar lange gebraucht, bis die Gehirne fernab von medialer und politischer Panikmache zu arbeiten begonnen haben, aber immerhin.

Siehe: https://www.derstandard.at/story/2000116399653/bei-den-corona-zahlen-stehen-alle-im-dunkeln

 
Gastkommentar vom 3.4.2020 Drucken E-Mail

In Österreich hat ein großes Experiment mit Covid-19 begonnen !

 

Die  Existenz eines mutierten Virus aus der Familie der bekannten Corona-Viren fordert die Gesundheitsvorsorge  aller Staaten. Die Bundesregierung der Republik Österreich hat sich in diesem Zusammenhang für ein Experiment mit weitreichenden Folgen entschieden.

Bisher wurde in den modernen Gesellschaften das Gesundheitssystem im Prinzip nach den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtet. Österreich geht nun einen neuen Weg. Bei uns wird die Gesellschaft nach dem Motto umgebaut: „ Das Gesundheitswesen darf nicht überfordert werden“. Die Wirtschaft, das öffentliche Leben und das private Leben dürfen nur mehr im Rahmen dieser Leitlinie geführt werden. Diese Umkehrung der Prioritäten bedeutet : Das konkrete Leben der (und in der) Republik darf nur in dem Maß stattfinden,  als es nach Ansicht der Regierung das Gesundheitswesen nicht überfordert.

Hunderttausende von Arbeitslosen, horrende Schulden (Koste es was es wolle - sagt der Bundeskanzler) und die faktische Aufhebung von Teilen der bürgerlichen Grundrechte sollen dabei helfen, die Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern.

Solch starke Maßnahmen erfordern natürlich eine starke Begründung. Die Regierung (sowie die von ihr abhängigen Behörden) argumentieren mit allen Mitteln. Um eine maximale (theoretisch mögliche) Gefahr an die Wand zu malen, werden die anerkannten medizinisch-wissenschaftlichen Standards über Bord geworfen. Dann ist an Covid-19 nicht mehr der erkrankt, der die entsprechenden klinischen Symptome hat, sondern wer das Virus im Körper hat. Dieser Unterschied ist aber der Unterschied zwischen krank und gesund! Aber was soll das schon - die Angst in der Bevölkerung läßt sich so besser schüren. Außerdem kann man diese Zahlen (die auf Grund der Definition gegenüber der Wirklichkeit zu hoch sind) verwenden, um mit mathematischen Modellen den Zusammenbruch der Spitäler und abertausende von Toten herbei zu rechnen.

Der zweite Eckpfeiler in der medizinisch-wissenschaftlichen Unkorrektheit der Regierungsargumentation ist die Beurteilung der Todesfälle. In der Sichtweise der Behörden ist man an Covid-19 verstorben, wenn man das Virus im Körper hatte. Aus der Sicht der wissenschaftlichen Medizin nur dann ,wenn das Virus ursächlich zum Tod führte. Sonst wäre zum Beispiel die Mehrheit aller Toten in Österreich pro Jahr an Herpes verstorben, denn dieses Virus hat die Mehrheit der Menschen im Körper.

Nun könnte man sagen: tot ist tot! Aber für das Gesundheitswesen macht es einen großen Unterschied, woran man wirklich stirbt. Denn die Lebensdauer aller Menschen hängt auch wesentlich von der richtigen Einschätzung von gesundheitlichen Gefahren ab. Diese Einschätzung der gesundheitlichen Gefahren spielt auch bei Covid-19 eine große Rolle.

Durch die medizinisch-wissenschaftlich unsaubere Darstellung der Situation (Krankheitsfälle und Todesfälle) durch die Regierung wird die Bevölkerung in die Irre geführt und es entsteht ein mehrfacher Schaden. Für die Menschen im Land geht es vor allem um zwei Fragen: Wie gefährlich ist die Krankheit und was wird es uns am Ende kosten? Die willkürliche Aufblähung der Realität in den täglichen Zahlenspielen der Regierung ängstigt die Bevölkerung und führt zu Fehlentscheidungen.

Auffallend ist auch folgendes: So gerne die Regierung gewisse Zahlen täglich veröffentlicht, so gerne verschweigt sie andere Zahlen dauerhaft.

Wie viele Menschen sterben insgesamt in Österreich täglich und in Zeiten von Grippewellen? Wie viele Menschen sind mit Infektionen der Atemwege (Lunge) in Behandlung, wie viele davon wegen Covid-19 und wie viele wegen Influenza?

Die meisten Menschen sind keine medizinischen Experten und vieles bei Covid-19 ist noch nicht ausreichend erforscht. Aber die Krankheit ist jetzt zwei Monate in Europa und es lassen sich schon gut begründete Schlussfolgerungen ziehen.

Die Regierung steht in der Pflicht ihre außerordentlich weitgehenden Maßnahmen mit mehr zu rechtfertigen als mit wissenschaftlich unsauberen Zahlenspielen! Auch wenn man kein Experte ist, kann man zu Recht folgende Frage stellen: Warum steht jetzt das Gesundheitswesen vor der Gefahr des Zusammenbruches, wenn bei den Grippewellen der vergangenen Jahre das nicht der Fall war, obwohl Krankheitszahlen und die Rate der Mortalität viel höher waren als es jetzt bei Covid-19 der Fall ist?

Die Regierung kann darauf nur eine zufrieden stellende Antwort finden, nämlich wenn Covid-19 viel schlimmer ist als die Grippe und nicht ein Teil dieser Welle mit einem mutierten Virus, wie es bei der Influenza jedes Jahr vorkommt.

Aber diese Antwort muß die Regierung mit medizinisch-wissenschaftlichen Daten belegen. Es ist nicht die Aufgabe der Bevölkerung, an die Richtigkeit der Regierungstätigkeit zu glauben. Wo sind die wissenschaftlichen Studien (von der Regierung beauftragt), welche die konkrete Gefährlichkeit von Covid-19 beweisen? In Frankreich wurde am 19. März die erste Studie vorgelegt, welche mit medizinisch-wissenschaftlichen Standards belegt, daß Covid-19 genau so gefährlich (oder ungefährlich) ist wie die Influenza.

Wenn das zutrifft, ist das Experiment der Regierung überschießend und auch gesundheitlich gefährlich.

Früher, vor der Zeit des mutierten Virus, starben alte Menschen oft an Altersschwäche. So nannte man den Zustand, in dem der individuelle Körper das Funktionieren der vitalen Organfunktionen nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Damals wurden diese Menschen nicht in die Intensivstationen gebracht und unter Ausschluss der Angehörigen zwangsbeatmet.

Früher, vor der Zeit des mutierten Virus, wurde das medizinische Personal nicht automatisch in Quarantäne geschickt wenn es Viren im Körper hatte, welche Atemwegserkrankungen auslösen konnten. Wer krank war, ging in den Krankenstand. Und natürlich soll mit Influenza-Viren infiziertes medizinisches Personal strenge Vorsichtsmaßnahmen treffen. Aber das ist etwas anderes als ein automatischer Ausfall des Dienstes.

Ist es vielleicht so, dass die Behörden den Zusammenbruch des Gesundheitswesens mit ihren Maßnahmen mit herbeiführen? Wenn die Spitäler sich nur noch auf Covid-19 konzentrieren, werden da andere Patienten nicht oft vernachlässigt?

Und was ist mit den gesundheitlichen Schäden welche durch die wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung ausgelöst werden? Arbeitslosigkeit, individuelle Isolation und eine jahrelange

Sparpolitik führen ihrerseits zu vermehrten Krankheiten.

Ob das ganze Maßnahmenpaket der Regierung die notwendige Hilfe ist oder ein riesiger Schaden, hängt von einem einzigen Faktum ab: der Gefährlichkeit von Covid-19.

Es ist höchste Zeit (ja eigentlich schon fast zu spät), dass die Regierung dazu

eine medizinisch-wissenschaftlich fundierte Studie vorlegt und nicht nur waghalsige Spekulationen, die von der Wirklichkeit schon teilweise widerlegt wurden.

Hans Kohlmaier                                      Wien, 03.04.2020

 
Woko vom 28.3.20: Ist unsere Freiheit in Gefahr? Drucken E-Mail

Die positiven Nachrichten sind rar und häufig sehr privat. Die negativen sind medial gut aufbereitet und überwiegen.

Millionen Menschen flüchten vor Kriegen, losgetreten von Machthabern, denen an Menschenleben so gut wie gar nichts liegt, ausgenommen an ihrem eigenen. Das menschenverachtende Gemetzel in Syrien ist nur ein Beispiel dafür, obwohl es nur aus einem einzigen Grunde in unserem Gedächtnis ist - weil die Flüchtlinge zu uns wollen. Wollten sie auf irgendeinen anderen Kontinent und nicht in unsere „heile EU-Welt“, dann wäre uns das sich dort abspielende Szenario ziemlich egal.

Immer mehr Menschen werden zu Spielbällen der etablierten Politik sowie der marktbeherrschenden Konzerne. Das Kennzeichnende dafür ist die Tatsache, dass die vorgegebenen Regeln den Spielausgang maßgeblich beeinflussen. Für oder gegen Klimaschutz, für oder gegen Einwanderung, für oder gegen Demokratisierung - die Regeln dafür werden längst nicht mehr von den Menschen selbst aufgestellt, sondern von Parteien und jenen Systemen, denen auch sie selbst längst hörig sind. Agrar-, Lebensmittel-, Pharma- und Industriekonzerne bestimmen zudem, wie und unter welchen Bedingungen wir leben.

Ja, selbst für oder gegen Maßnahmen die Corona-Krise betreffend, ist längst vorgegeben. Das Virus ist neu, es ist ansteckend, es kann töten. Niemand bestreitet dies. Aber die Messung der Mortalitätsrate, wobei bei den bekanntgegebenen Daten teilweise vollkommen unklar ist, ob das Virus die Ursache für den Tod Einzelner oder aber nur eine Mitursache ist, die Frage, ob flächendeckende Tests sinnvoll sind oder nicht u.v.m. - all das erscheint vorgegeben.

Die Hinweise, man solle niemanden in der Sache Glauben schenken, außer der Regierung, obwohl teils international anerkannte Experten die Vorgangsweisen von Regierungen kritisieren und die Gefahr des Virus anders einschätzen, wird geradezu gebetsmühlenartig von den verantwortlichen Politikern sowie den Medien unters Volk gebracht.

In China, einem diktatorischen Regime, hatte man es leicht - dem Arzt, der bereits im Dezember vor dem Virus gewarnt hat, wurde einfach Sprechverbot erteilt. So etwas ist bei uns - in den westlichen Demokratien - eher undenkbar. Allerdings ist das auch nicht notwendig, denn man kann Kritiker auch anders ruhigstellen, indem man sie medial diffamiert, als Gefahr bezeichnet, ihre Thesen als lächerlich erklärt, ohne dabei auf die echten

Kritikpunkte einzugehen. Der Möglichkeiten dazu liefern die modernen Demokratien nicht unwesentlich weniger als Diktaturen.

Diskussion unerwünscht, Datenmaterial, auf welchem sich Maßnahmen stützen, bleiben offenbar streng gehütet.

Gerade die derzeitige Situation schreit geradezu nach der philosophischen, aber auch politischen Klärung der Frage, wie frei der Mensch tatsächlich noch ist. Muss er das skizzierte Szenario hinnehmen, kann er sich dagegen entscheiden, es ignorieren, bekämpfen oder ihm wenigstens entkommen?

In der Geschichte der Philosophie hat Freiheit stets mit Vernunft zu tun. Insbesondere bei Kant, bei dem Freiheit nicht nur bedeutet, aus individueller vernünftiger Einsicht zu handeln, sondern immer auch so, dass dieses Handeln zu einem allgemeinen Gesetz werden kann und für alle Menschen Gültigkeit haben soll.

Damit bekommt das Handeln aus Freiheit auch einen moralischen Stellenwert.
Aus Sartres Freiheitsbegriff resultiert der Begriff der Verantwortung, denn weil der Mensch wählen kann, hat er auch die Verantwortung für seine Wahl zu übernehmen, und Sartre sieht diesen Freiheits- und somit auch den Verantwortungsbegriff als wesensbestimmend für den Menschen an. Geltung hat dies nicht nur für die Willensfreiheit, sondern auch für die Handlungsfreiheit des Menschen, also mindestens zwischen zwei Handlungsmöglichkeiten entscheiden zu können. Wir sind in diesem Sinne geradezu „verurteilt frei zu sein“.

Nimmt man die derzeitige Situation rund um die sogenannte Corona-Krise, so scheint der Freiheitsbegriff aus mehreren Gründen in Frage gestellt:

Mit der individuellen Freiheit aus Vernunft ist es derzeit nicht gut bestellt, denn es wird uns vorgegeben, was vernünftig sein soll. Ja, es wird sogar davor gewarnt, seine eigene Vernunft zu gebrauchen. Politiker spielen sich dabei nicht nur als die Hüter einer vorgegebenen Vernunft auf, sie halten auch nicht damit zurück, die Meinung all jener, die von der Regierungslinie abweichen, als Fake-News abzutun. Dabei wird nicht argumentiert, nicht diskutiert.

Ob das Handeln von zahlreichen Regierungen dem kategorischen Imperativ von Kant standhält, darf jedoch mehr als bezweifelt werden. Allerdings setzt eine Überprüfung voraus, dass man ernsthaft mit allen zur Verfügung

stehenden Daten über die momentane Krise und die getroffenen Maßnahmen und deren Verhältnismäßigkeit diskutiert. Eine solche Diskussion gibt es jedoch nicht, obwohl es genügend Diskussionsstoff gäbe. Angefangen von der Vorgangsweise bei der Bewältigung der Situation in Ländern wie Südkorea oder Schweden, bis hin zu der immer größer werdenden Zahl von Kritikern unter medizinischen Fachleuten. Aber eine Diskussion darüber findet nicht statt.

Es steht also derzeit nicht gut mit unserer Freiheit, und zwar nicht, weil es Beschränkungen für den Einzelnen gibt, sondern allein deshalb, weil es keine ernsthafte Diskussion über die Begründungen dafür gibt. Vielmehr wird eine solche mit allen staatlichen und medialen Mitteln verhindert. Einige Länder kündigen bereits an, veröffentlichte Meinungen zur Corona-Krise, die nicht der staatlichen Haltung entsprechen, unter Strafe zu stellen.

 

Aber letztlich gibt es auch immer jene Menschen, welche die „Verurteilung zur Freiheit“ leben, trotz aller Hindernisse, die man ihnen in den Weg legt. Und das ist gut so.

 
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