Woko vom 8.9.: Nur niemanden weh tun! Drucken E-Mail

 

Alle Parteien haben für die bevorstehende Nationalratswahl die Klimafrage entdeckt. Selbst die FPÖ, auch wenn sie das Zuwanderungs- und Ausländerthema weiterhin am Köcheln hält.

Eigentlich aufgrund der dramatischen Prognosen der weltweit führenden Klimaforscher, die Konsequenzen der steigenden Erderwärmung betreffend, ein erfreulicher Tatbestand. Jeder, der sich mit dem Thema auseinandersetzt weiß, dass es fünf nach zwölf ist und die CO2-Emissionen drastisch gestoppt werden müssen.

Und schließlich gibt es neben dem dramatischen Zukunftsszenario, das uns allen droht, wenn nicht endlich gehandelt wird, noch einen recht einfachen Grund, warum Österreich ein besonderes Interesse daran haben müsste, entscheidende Schritte in der Klimapolitik zu setzen: die Tatsache nämlich, dass uns auf Grund einer bisher zu laschen Klimapolitik Strafzahlungen in Milliardenhöhe drohen, und zwar an die 10 Milliarden Euro alleine in den nächsten 10 Jahren.

Wer nun aber glaubt, den Wählern werden von den Parteien zukunftsfähige Konzepte der Bewältigung dieser Krisenszenarien vorgelegt, der irrt gewaltig. Vielmehr wird mit Halbwahrheiten und dem Versprechen, der Wähler dürfe etwaige Maßnahmen zur Klima- und Weltrettung nicht spüren, letzterer verwirrt und an der Nase herumgeführt. Nur keinem potentiellen Wähler weh tun, lautet die Devise aller Parteien.

Aber selbstverständlich wird und muss es weh tun, wollen wir tatsächlich den klimatischen Supergau verhindern. Einerseits, weil uns die Zeit für ein schmerzloses Eingreifen durch innovatives Gegensteuern nicht mehr bleibt, andererseits weil die Menschen nach dem Florianiprinzip agieren und immer dann für Klima- und Umweltschutz eintreten, wenn es sie selbst möglichst nicht betrifft.

Ein Beispiel: Weniger zu fliegen wird so manchen schmerzen, die Fluggesellschaften, den Tourismus, ja selbst die Arbeitnehmer, denn es werden auch Arbeitsplätze verloren gehen. Diese gilt es in sinnvollen, nachhaltigen ökologischen Bereichen zu schaffen, um eben die Schmerzen zu lindern. Letztlich wird uns die Bewahrung der Erde durch den klimatischen Supergau in allen Lebensbereichen weh tun.

Aufgabe der Politik und der politischen Parteien im Wahlkampf wäre es, den Bürgern klarzumachen, dass eine Klimawende von uns allen einiges abverlangen wird. Es wird weh tun, wenn wir diese Erde auch noch für zukünftige Generationen lebenswert erhalten wollen. Die Abfederung des Schmerzes, seine Linderung sollte im Zentrum der politischen Überlegungen der Parteien stehen, die sich nun so sehr um das Klimathema scharen, nicht die Leugnung des Schmerzes.