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Leserbrief zu „Netzausbau im Bezirk Waidhofen/Thaya startet“

(Bericht der Bezirkszeitung vom 15.9.2025)

Eine sonderbare Ode an die Freude

 

Die BewohnerInnen aller umliegenden Gemeinden sollen angeblich von der geplanten 110kV-Freileitung profitieren, heißt es im Bericht. Ich kenne mehrheitlich BewohnerInnen, die sich kritisch und ablehnend zu dieser Freilandleitung geäußert haben.Umweltschädigend, gegen Natur-, Tier- und jeglichen Landschaftsschutz. Auch eine Bürgerinitiative, die sich gegen das Projekt zur Wehr setzt, wurde gegründet und bündelt diese Bedenken. Viele BewohnerInnen von Karlstein und Groß-Siegharts lehnen den Verschandelungswahnsinn ebenfalls ab. Werden hier BewohnerInnen mit Bürgermeistern verwechselt? Ja, der Bürgermeister von Karlstein, Siegfried Walch (ÖVP), freut sich, führt die Leitungstrasse doch nicht durch sein Gemeindegebiet. Sie verschandelt die Landschaft anderswo. Auch der Bürgermeister von Groß-Siegharts, Ulrich Achleitner (ebenfalls ÖVP) wälzt sich offenbar im Freudentaumel, stehen die das Landschaftsbild trübenden Masten doch hauptsächlich im Gemeindegebiet von Raabs/Thaya. Der Bürgermeister von der am meisten betroffenen Gemeinde, Franz Fischer (ebenfalls ÖVP), scheint sich weniger zu freuen, zumindest nicht medienwirksam wie sein Pendant in Groß-Siegharts, regt sich doch in seinem Gemeindegebiet heftiger Widerstand unter der Bevölkerung. Er scheint sich daher eher still zu freuen, informiert seine BürgerInnen in seiner Gemeindezeitung ebenso unauffällig. Aber eines scheinen die Volksvertreter gemeinsam zu haben: die Absicht, nicht aufmucken zu wollen gegen den ÖVP-durchfluteten landesweiten Energieversorger EVN.

 

Mag. Gerhard Kohlmaier