Wochenkommentare
24.3.2020: Zum Nachdenken Drucken E-Mail

Zur Info:

Covid19 -Todesfälle weltweit seit Jahresbeginn bis 24. März (16 Uhr): 17 100

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1103240/umfrage/entwicklung-der-weltweiten-todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus/

Geschätzte Zahl von Grippetoten weltweit im Jahr:  bis zu    650 000

 

https://t3-web.meduniwien.ac.at/ueber-uns/news/detailseite/2018/news-jaenner-2018/weltweit-bis-zu-650000-influenza-todesopfer-pro-jahr/

 
Kommentar vom 23.2.2020: Nur a Geld, nur a Geld, ist... Drucken E-Mail

 

Geld als Zahlungsmittel in Form von Münzen gab es bereits im 6.Jh.v.Chr. Papiergeld wurde im 11. Jh. in China eingeführt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich insbesondere im geschäftlichen Zahlungsverkehr das so genannte Buch- oder Giralgeld, also Geld, das Banken in Form von Zahlen auf ihren Konten und in ihren Büchern darstellen. Letzteres macht heute bereits in Europa ca. 90% des gesamten Geldbestandes aus, in den USA ist der Anteil noch höher.

Heute werden immer mehr Geldtransaktionen bargeldlos und elektronisch durchgeführt. Banken drängen auf Online-Banking, sie bestrafen Kunden, welche noch mit Bargeld Zahlungen durchführen mit hohen Gebühren, das Beheben von Bargeld am Bankomat und selbst am Bankschalter wird zunehmend gebührenpflichtig. Sparguthaben sollen in Zukunft mit Negativzinsen bedacht werden. Die 500-Euro-Banknote ist mittlerweile abgeschafft, nun sollen auch die Centmünzen eingestampft werden.

Inzwischen sind Schweden und andere skandinavische Länder Vorreiter im bargeldlosen Geldverkehr. Ab 2030 soll der Bargeldverkehr in Schweden endgültig der Vergangenheit angehören. Aber auch in Deutschland wurden 2019 erstmals mehr Geldtransaktionen mit Karten durchgeführt als in barer Münze. Auch Österreich folgt diesem weltweiten Trend, obwohl hierzulande der Bargeldverkehr im europäischen Durchschnitt noch sehr beliebt ist. Zahlungen mit Kredit- und Bankomatkarte sowie mit Handy oder online-Überweisungen sind auch hier im Vormarsch.

Der deutsche Schauspieler Mario Adorf bezeichnete in einem „Stern“-Interview 1996 den einzigen Wert des Geldes in der Erringung von Unabhängigkeit. Doch wie ist es um diese „Unabhängigkeit“ des Individuums heutzutage bestellt, wenn es um die Verfügbarkeit dieses Geldes in einer zunehmend bargeldlosen Welt geht?

Geld, das auf den Konten von Banken liegt, ist nur so lange verfügbar, als die Bank dies zulässt. Denn der Kontoinhaber hat zwar das Recht auf eine Forderung in Bezug auf den Inhalt des Kontos, die er gegebenenfalls gerichtlich durchsetzen kann, das Konto jedoch ist Eigentum der Bank und nicht des Kontoinhabers. Im Falle einer Insolvenz der Bank ist auch eine gerichtliche Durchsetzung de facto nicht erfolgversprechend. Auch staatliche Garantien sind bei einem Bankencrash so gut wie wertlos.

Der bargeldlose Kunde verliert somit im Krisenfall letztlich die Verfügbarkeit über sein Geld, also das, was Adorf als „Unabhängigkeit“ bezeichnet.

Diese Tatsache ist inzwischen immer mehr Menschen bewusst, die aus diesem Grunde Teile ihrer Geldbeträge nicht mehr auf Bankkonten horten, sondern im eigenen Tresor zuhause. Allerdings ist diese Reaktion auf eine allfällige Geldenteignung nur so lange wirksam, so lange Bargeld auch als Zahlungsmittel gilt. Aus diesem Grunde bedeutet die Abschaffung des Bargeldes, Bankkunden vollkommen in die Abhängigkeit von Banken zu bringen.

 

Das sollten sich all jene einmal überlegen, wenn sie bei Einkäufen oder sonstigen Geldtransaktionen salopp ihre Karte zücken anstatt den Geldschein.

 
10.2.20: In eigener Sache Drucken E-Mail

 

Eigentlich war meine Planung noch zu Weihnachten eine andere - ich wollte bis zum 6. Jänner, also 2 Wochen, pausieren. Nun sind daraus nahezu 7 Wochen geworden. So lange Zeit habe ich in den letzten 20 Jahren des Bestehens der „Steuerini“ noch nie keine politischen, philosophischen oder Überlegungen anderer Art veröffentlicht.

Schlechtes Gewissen? Nein, im Gegenteil.

Ich habe in dieser Zeit, welche ich auch in großem Ausmaße meinem jungen Hund widmete, noch eine wesentliche Erfahrung gemacht. Ich stand nämlich einige Male am Wochenende kurz davor, wieder einen Kommentar zu veröffentlichen, gleichsam aus Gewohnheit. Im letzten Moment verzichtete ich jedoch darauf, weil mir auffiel, in der jeweiligen Sache oder Problematik viel zu wenig recherchiert zu haben.

Es ist offenkundig ein Kennzeichen des modernen Journalismus, vor allem der Verfasser von Kommentaren, zu allem und jedem, besonders aber nahezu zu jedem Zeitpunkt zu „liefern“, den Lesern scheinbar tiefere Einblicke in einen Sachverhalt oder in ein Geschehen zu präsentieren. Wenn man nun sein tägliches Brot mit dieser Tätigkeit verdient oder aber gewissermaßen auch unter Zugzwang des Herausgebers steht, dann ist dieser Drang zum Schreiben zumindest zum Teil erklärbar. Aktualität steht dann vielfach vor Qualität, das Oberflächliche steht im Vordergrund. Gerade die neuen Medien mit ihrer Vielfalt von Meinungen und Sichtweisen verleiten dazu. Die eigene Sichtweise ist dann letztlich nicht mehr als eine davon.

Diesen „Druck“ bin ich jedoch nicht ausgesetzt und ich habe es in diesen Wochen durchaus  als befreiend und bereichernd empfunden, mir die Zeit zu nehmen, mich mit einem Thema intensiver zu beschäftigen, als dies bisher manchmal der Fall war.

„Gut Ding braucht Weile“, sagt bereits ein altes Sprichwort. Die Kunst des Müßigganges im Sinne von „schöpferischem Nichtstun“, wie Siegfried Lenz diesen Zustand einmal charakterisiert hat, möchte ich auch in Zukunft bewahren.

 

Für meine Leserinnen und Leser und Interessenten an meiner Arbeit bedeutet dies, dass die Ergebnisse des von mir angestrebten skizzierten Prozesses in Hinkunft unregelmäßiger erscheinen werden als bisher. Möge es für uns alle zu mehr Klarheit bei so manchen Fragestellungen führen!

 
Weihnachtspause Drucken E-Mail

Weihnachtspause

Bis zum 6.1.2020 entfallen - zumindest -  die regelmäßigen Wochenkommentare.

Ich wünsche allen Interessentinnen und Interessenten an meiner Arbeit ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr.

 

Gerhard Kohlmaier

 

 
Woko vom 1.12. entspricht "Aktuellem Thema" Drucken E-Mail

Der Wochenkommentar vom 1.12.2019 entspricht dem "aktuellem Thema"

 
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