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Woko vom 3.6.: Die Schweiz diskutiert und stimmt ab, Österreich schläft! Drucken E-Mail

Geld bzw. der Wert des Geldes stützt sich überwiegend auf Vertrauen. Egal ob Metallgeld, Papiergeld oder Buchgeld - wir alle vertrauen darauf, dass es auch morgen noch einen Wert besitzt und wir uns dafür etwas kaufen können.

Wie schnell dieses Vertrauen erschüttert werden kann, zeigen unzählige Währungs- und Finanzkrisen, angefangen von der Europäischen Währungskrise 1992, der Mexiko-Krise 1994, der Asien-Krise 1997, der globalen Finanzkrise 2008 bis hin zu staatlichen Krisen wie beispielsweise in Zypern 2013 oder derzeit in der Türkei.

Nach Angaben des IWF gab es von 1970 bis 2011 weltweit 218 Währungskrisen, 147 Bankenkrisen und 66 Staatsschuldenkrisen, also ein Krisenszenario, das dazu führt, dass ein Staat seine Schulden nicht mehr finanzieren kann.

Aber worauf stützt sich dieses Vertrauen in den Geldwert? Auf die Märkte, die Banken, den Staat? In letzter Konsequenz wohl auf den Staat, wie vor allem die Finanzkrise gezeigt hat. Märkte und Banken sind auf Gewinn ausgerichtet und orientieren sich an einem grenzenlosen Wachstum, welches es in Wirklichkeit nicht gibt. Dabei werden Gewinne privatisiert, also eingesteckt, Verluste aber verstaatlicht, also dem Steuerzahler umgehängt.

Die ungeheuren Geldmengen, welche hier in Umlauf gerieten, sind das Resultat einer Geldschöpfung durch die Banken selbst. Sie erzeugen Geld aus dem Nichts, um damit selbst zu spekulieren oder um Kredite zu vergeben. In Europa sind ca. 84% der Geldmenge kein echtes Geld, also kein direktes Zahlungsmittel, sondern Buch- bzw. Giralgeld. Nur ein sehr geringer Teil dieses Geldes kann von den Banken in Echtgeld umgewandelt werden, weil sie selbst ja kaum über solches verfügen. Daher würde auch die gleichzeitige Auszahlungsforderung von sehr vielen Bankkunden Ihr Sparbuch oder Ihr Gehaltskonto betreffend zum Zusammenbruch der Banken und des Systems führen. Das sich am Konto befindende Geld würde sofort gesperrt werden, denn interessanter Weise ist dessen Eigentümer nicht der Kunde, sondern die Bank. Auch die sogenannten Einlagensicherungen des Staates könnten so einen Währungszusammenbruch niemals auffangen.

Die Banken selbst sind sich der Gefahr ihrer Machenschaften selbstverständlich bewusst, daher wickeln sie ihren eigenen bankeninternen Geldverkehr mit Echtgeld ab und greifen dabei auf ihre (echten) Reserven zurück. Nur den Kunden gegenüber arbeiten sie überwiegend mit Buchungsgeld, da das Risiko dafür letztlich der Kunde selbst trägt und nicht die Bank.

Was liegt also näher, als über dieses krisenanfällige Geldsystem nachzudenken. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass Regierungen und Banken aus der Finanzkrise so gut wie nichts gelernt haben und die nächsten Krisen des Systems bevorstehen. Genau diese wichtige Diskussion geschieht derzeit in der Schweiz, wo die Bevölkerung am 10. Juni im Rahmen einer Volksabstimmung über die Einführung eines Vollgeldsystems entscheidet. Im Wesentlichen beruht dieses darauf, dass Geld einzig und allein durch die Nationalbank geschöpft werden kann und diese eine Kontrolle über die Geldmenge hat. Das hätte u.a. auch zur Folge, dass alles im Umlauf befindende Geld, auch jenes auf den Bankkonten, echtes Geld, also ein Zahlungsmittel ist.

 

Wie gesagt: Die gerade in Geldfragen für konservativ gehaltene Schweiz lässt die Bevölkerung per Volksentscheid darüber abstimmen, ob die Regierung einen Wandel im Geldsystem vollziehen soll, welcher weniger krisenanfällig und mehr im Sinne eines Gemeinwohles, aber auch des einzelnen Bürgers wäre. In Österreich diskutiert diese Regierung nicht einmal darüber und verschläft wieder einmal zukunftsweisende Entwicklungen. Schade!