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Woko vom 10.9.: Ein Schuss Emotionalität kann nicht schaden Drucken E-Mail

Vergleicht man die Wahlkampagnen von SPÖ und der KURZ-ÖVP bei ihren Internetauftritten, dann fällt auf den ersten Blick auf, dass beide Parteien eine andere Wahlstrategie fahren.

Die SPÖ setzt überwiegend darauf, die Wähler rational zu erreichen. Dementsprechend ist ihre Homepage aufgebaut und liefert dem Bürger in erster Linie Informationen. Bilder sind dabei relativ rar, die Texte überwiegen.

Anders ist der Auftritt von Sebastian Kurz. Hier überwiegen die Bilder, kurze Botschaften, Allgemeinplätze und Unterstützungsmöglichkeiten.

Überspitzt könnte man sagen, Kurz versucht die Menschen emotional zu erreichen, Kern möchte überzeugen.

Derzeit liegt Kurz in den Umfragen voran, und das kann auch damit zu tun haben, dass die Emotionen, die er mit seinen Botschaften auslöst, auf durchaus berechtigten Ängsten beruhen, die sich nach einem „Retter“ sehnen. Aufgearbeitet oder einer Lösung zugeführt werden sie durch solche Botschaften zwar nicht, aber sie können in ihrer Wirkung durchaus bis zum Wahltag anhalten und Kurz ins Kanzleramt bringen. Diese Art eines populistischen, emotional geführten Wahlkampfs ist im Wesentlichen einer Argumentation nicht zugänglich. Das Beispiel Trump hat das eindrucksvoll bewiesen.

Offensichtlich hat man in der österreichischen Politik, und das betrifft alle im Parlament vertretenen Parteien, die Ängste und Sorgen zahlreicher Menschen über längere Zeiträume zu wenig ernst genommen, man hat ihnen versichert, dass es keine Alternativen zum vorhandenen politischen Stil gäbe. Lange Zeit war daher H.C. Strache mit seiner FPÖ erfolgreich, indem er das Vertrauen zahlreicher Bürger dieses Landes nur deshalb erwarb, als er deren Ängste scheinbar zu den seinen machte. Die Antworten darauf blieb er letztlich fast in allen Belangen schuldig, aber die Taktik verhalf ihm und der FPÖ zu einem Höhenflug. Dieser wurde nun allerdings durch Kurz gebremst, da es diesem gelang, Straches Politstil nicht nur zu kopieren, sondern deutlich zu übertrumpfen.

In dieser Situation sieht die SPÖ nun „alt“ aus. Gezeigt hat sich das auch bei der jüngsten Auseinandersetzung zwischen Kern und Strache im Privatsender oe24. Obwohl sich alle Analytiker des Gesprächs darin einig waren, dass Kern sachlicher, kompetenter und überzeugender argumentiert hat, kam sein Stil bei den Zusehern nur sehr bedingt an. Diese folgten mehrheitlich dem emotionalen, teils aggressiven, auf das Bauchgefühl der Menschen ausgerichteten und über weite Strecken inhaltsleeren Diskussionsstil Straches.

Die Menschen treffen ihre Entscheidungen in erster Linie auf Grund von Emotionen, sie sind es, die motivieren. Und bei den Wahlen geht es letztlich darum, dass Wähler ihr Kreuzchen ins richtige Kästchen machen. So wichtig es ist, dass Wähler für sachliche Argumente gewonnen werden, dass man Emotionen einer rationalen Überprüfung unterzieht, so wichtig ist es allerdings auch selbst emotional zu erscheinen, eben weil die Gefühle der Menschen auf ihren Erfahrungen beruhen. Und auch diese Seite des politischen Agierens vermittelt zu Recht Vertrauen, insbesondere dann, wenn hinter den Emotionen auch handfeste Inhalte stehen.

 

An rationalem Handeln mangelt es in der SPÖ nicht, die Menschen aber auch emotional zu erreichen, wird sie in den nächsten Wochen unter Beweis stellen müssen, will sie die Wahlen noch gewinnen.