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Woko vom 3.9.2017: Ein Wahlkampfstil, bei dem der Inhalt auf der Strecke bleibt Drucken E-Mail

 

Heute warf ich wieder einmal einen Blick auf die Homepage von Sebastian Kurz, um vielleicht doch noch vor den Wahlen Konkretes über die Pläne des Kanzlerkandidaten zu erfahren. Vor allem suchte ich Antworten auf die Fragen, wie Sebastian Kurz gedenkt, jährlich 12 bis 14 Milliarden Euro Steuerentlastung ohne den Abbau von bisher wichtigen und notwendigen staatlichen Leistungen im Gesundheits-, Sozial- oder Bildungsbereich aufzubringen.

Um sich eine Vorstellung vom Ausmaß dieser Einsparungen zu machen, möchte ich auf den sicherlich noch allen ÖsterreicherInnen in schmerzlicher Erinnerung seienden HYPO-Skandal verwiesen, der einen Zugriff auf die Brieftaschen der BürgerInnen von ca. 19 Milliarden zur Folge hat und noch immer nicht gänzlich ausgestanden ist. Allerdings war der HYPO-Skandal eine (hoffentlich) einmalige Angelegenheit.

Sebastian Kurz möchte, sollte er Kanzler werden, den ÖsterreicherInnen nun alljährlich einen 3/4-HYPO-Betrag abringen. Wie, hätte ich gerne konkret gewusst. Aber nach wie vor sind dazu auf der Homepage des Kanzlerkandidaten keine Details zu finden, obwohl wir nun bereits Anfang September haben und Kurz mehrmals erklärt hat, zu diesem Zeitpunkt würden die Einzelheiten vorliegen.

Ich vermute mittlerweile, dass es außer den bisher getätigten allgemeinen Aussagen von Kurz auch bis zum Wahltag keine konkreten Zahlen geben wird, und das aus mehreren Gründen:

In den von Kurz angesprochenen Bereichen der Einsparungen (Förderungen, Pensionen, Arbeitslosengeld, Sozialleistungen, Familienbeihilfen, Bürokratie) lassen sich selbst bei bestem Willen nur geringfügige Beträge lukrieren. Selbst die Sebastian Kurz nahe stehende Zeitung „Presse“ hält die Kurz-Sparpläne für maßlos überzogen und nicht zu verwirklichen (http://diepresse.com/home/innenpolitik/5229846/Die-Fragezeichen-der-KurzSparplaene)

Kurz baut seinen Wahlkampf im Wesentlichen nicht auf Inhalten auf, sondern versucht sich ein bestimmtes Image zu geben, welches in der Bevölkerung ankommt. Dieses könnte er durch konkrete Zahlen, noch dazu, wenn sie unglaubwürdig sind, schwer beschädigen

Würde der Kanzlerkandidat konkret, böte er seinen Mitbewerbern um das hohe Amt vielfach Angriffsflächen, und das wird er verhindern wollen.

Dafür bietet die Homepage von Sebastian Kurz nach wie vor Plakatives - und das im wahrsten Sinn des Wortes. Einen großen Teil der Homepage nehmen Plakate unter dem Titel „Es ist Zeit“ ein. Wofür? -  Für „eigene Werte“, “Wahrheiten“, „klare Entscheidungen“, für  mehr Einsatz für „die Fleißigen“ und andere, kaum etwas aussagende Gemeinplätze. Sollte sich der Leser aber dennoch nach mehr Information sehnen und die Plakate anklicken, bekommt er zwar keine Antwort, teilt jedoch das betreffende Plakat und dessen zweifelhaften Gehalt mit seinen Freunden in den sozialen Netzwerken.

Überhaupt bietet die Seite des Kandidaten nach wie vor so gut wie keinerlei inhaltliche Information für die WählerInnen, aber ist gespickt mit Aufrufen, den Kandidaten auf vielfältige Art und Weise zu unterstützen. Wenn das den WählerInnen mehrheitlich auf Dauer reicht, muss man sich berechtigte Sorgen um dieses Österreich machen!