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Woko vom 26.2.: Atomindustrie: Kostenexplosion ungeheuren Ausmaßes droht Drucken E-Mail

Die Kosten der einst so hochgelobten atomaren Energie drohen zu explodieren und vor allem ganze Volkswirtschaften sowie zukünftige Generationen zu überfordern.

In Japan verschlingt alleine das marode Atomkraftwerk Fukushima ca. 200 Mrd. Euro an unmittelbaren Katastrophenkosten, die Folgekosten und die Sicherung der Umgebung vor Strahlung im 1986 durch einen Super-Gau zerstörten Kraftwerks Tschernobyl kosten dem ukrainischen Staat jährlich fast 7% der jährlichen Wirtschaftsleistung, rechnet man den Wohlfahrtsverlust dazu, so beträgt der jährliche Schaden an die 12% 1).

In Deutschland droht der beschlossene Atomausstieg bis 2022 eine Kostenlawine zu verursachen. Alleine der Rückbau eines einzigen Kraftwerks am ehemaligen DDR-Standort Greifswald kostet 6,5 Mrd. Euro. Die von der Bundesregierung kalkulierten Gesamtkosten der Stilllegung von ca. 190 Mrd. Euro werden wohl nicht ausreichen. Dabei sind bei diesen Summen die Kosten der Lagerung gar nicht inkludiert - und diese werden, will man die Risiken einer Verstrahlung von Mensch und Umwelt nur halbwegs gering halten - ebenfalls explodieren. Alleine eine dringend notwendige Sanierung des inzwischen ebenfalls maroden Zwischenlagers im ehemaligen Salzbergwerk Asse wird den deutschen Steuerzahlern mindestens 10 Mrd. Euro kosten.

Die Atombetreiber, die jahrelang satte Gewinne gemacht haben, zahlen zwar nach wie vor Dividenden in Milliardenhöhe an ihre Aktionäre aus, für die nun entstehenden Kosten wollen sie hingegen nicht aufkommen. Im Gegenteil, sie klagen den deutschen Staat auf Grund des Beschlusses über den Atomausstieg auf Gewinnentgang in Milliardenhöhe.

Von 1970 bis heute betragen die staatlichen Subventionen an die deutschen Atombetreiber insgesamt 190 Mrd. Euro. Steuergeld also, das in Zukunft noch in wesentlich größerem Ausmaß fließen wird, ja fließen muss, wollen wir uns nicht selbst vernichten. Das neoliberale Denkmuster, welches Gewinne immer als Privatangelegenheit betrachtet, Verluste und Problemlagen jedoch verstaatlicht wissen will, also dem Steuerzahler umhängt, ist wieder einmal erfolgreich aufgegangen. Mitgespielt haben dabei die Politiker, nicht nur in Deutschland, weltweit.

Bis 1993 wurden große Teile des atomaren Mülls einfach in den Meeren versenkt, auch von Deutschland. Dort lagern nach heutigen Schätzungen hunderttausende Tonnen, allein im Nordostatlantik sind es 114.726 Tonnen in 222.732 Fässer2) . Die ersten dieser Fässer platzen inzwischen auf und geben ihren gefährlichen Inhalt an das Meer ab. Messergebnisse aus den Versenkungsgebieten werden keine mehr veröffentlicht, kein Wunder, werden dort auch Fische gefangen, vor allem Makrelen. Das langsame Einsickern der Strahlung in die Nahrungskette findet bereits statt. Wir haben es mit einer tickenden Zeitbombe zu tun, für die nun niemand mehr die Verantwortung übernehmen will.

In Europa sind derzeit 74 Kernkraftwerke mit insgesamt 184 Reaktorblöcken in Betrieb. In zahlreichen Ländern ist eine Reduktion der Kraftwerke im Gang, nicht zuletzt auch deshalb, weil nach Kalkulation der Gesamtkosten die Mär vom billigen Atomstrom schon längst nicht mehr aufrechtzuerhalten ist und wir auch über wesentlich kostengünstigere CO2ärmere Alternativen (Windkraft, Gaskraftwerke mit Wärme-Kraft-Koppelung) verfügen. Auch die noch relativ teure Solarenergie ist unter der Berücksichtigung der gesellschaftlichen Gesamtkosten wesentlich billiger als Kernenergie.

Allerdings gibt es nach wie vor Länder, die ungehemmt in diese Technologie investieren, wie z.B. Großbritannien. Hier werden alleine in den nächsten Jahren 21 Mrd. Euro in den Neubau von Atomkraftwerken investiert.

Der neueste Schrei der Atomindustrie sind die so genannten Mini-Meiler, also gleichsam Miniatomkraftwerke, die ähnlich wie die auf U-Booten funktionieren, aber nun auch in Serienproduktion für den Landeinsatz gebaut werden sollen. Sie werden sozusagen fertig geliefert. Man rechnet, dass bis 2030 etwa 100 dieser Miniatomkraftwerke weltweit im Einsatz sein werden.3)

Auch die EU fördert die Entwicklung dieser Minimeiler, obwohl deren Wirtschaftlichkeit bereits jetzt sehr in Frage gestellt ist. Offensichtlich sind verantwortliche Politiker unbelehrbar oder wir, das Volk, haben wieder einmal durch Wahlen Unbelehrbare zu Verantwortlichen gemacht:

Es gibt zwar weltweit keine einzige Endlagerstätte für Atommüll, die bis jetzt erbauten Zwischenlager erweisen sich als wenig tauglich und verschlingen Unsummen, der im Meer versenkte Atommüll ist eine tickende Zeitbombe, die Abtragungskosten von ehemaligen Kernkraftwerken explodieren und stellen einen drohenden ökonomischen Ruin von ganzen Volkswirtschaften dar, die Gesamtkosten für zukünftige Generationen sind kaum abschätzbar. Aber die EU investiert nach wie vor Geld in diese zu gefährliche und in einer ökonomischen Gesamtrechnung unsinnige Technologie.

Atomstrom zu fördern ist jedoch unverantwortlich. Man muss diese Technologie trotz der vorhandenen Lobby, welche man/die Politiker in den vergangenen Jahrzehnten groß werden ließ/ließen, wieder in ihre Schranken weisen. Die atomare Erzeugung von Strom ist daher nicht durch Fördergelder zu unterstützen, sie ist endlich durch steuerliche Maßnahmen zu bestrafen.

Strom hat zwar kein Mascherl, wie wir wissen, aber sehr wohl tragen dieses Mascherl die Standorte sowie die Produzenten von Atomstrom. Hier ist anzusetzen und statt mit Fördergeldern mit hohen Standortprämien, die einer Art Gefahrenprämie entsprechen, zu reagieren. Darüber hinaus müsste vor Errichtung eines Atomkraftwerkes von den Betreibern nachgewiesen werden, dass die Endlagerung des Mülls sowohl gelöst als auch die Kostenübernahme dafür über die Gesamtzeit der Lagerung gesichert sind. Der Umstieg auf andere, ungefährliche, nachhaltige und vernünftige Energieformen ergibt sich dann von selbst.

1) https://www.meinbezirk.at/tulln/wirtschaft/tschernobyl-kosten-viel-hoeher-als-bisher-gedacht-und-zahl-der-toten-hoeher-als-zugegeben-d1702788.html

2) http://www.swr.de/report/strahlende-altlast/-/id=233454/did=8815982/nid=233454/176p172/index.html

3) http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/atomkraft-mini-kraftwerke-in-der-eu-was-kommt-da-auf-uns-zu-a-1093128.html