Steuerini
Treffen der Bürgerinitiative "Lebensraum statt Verkehrsstau" Drucken E-Mail

Beachten Sie bitte die Terminankündigung unter "Veranstaltungen und Termine"!

 
Bürgerinitiative Drucken E-Mail

Unter "Lebensraum statt Verkehrsstau" - Bürgerinitiative gegen den Bau einer Hochgarage auf dem Gelände der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) in 1020 Wien finden Sie ab morgen und in den nächsten Tagen Informationen zum Bauprojekt.

Wien, 1.9.2018

 


 
Urlaub Drucken E-Mail

Ich mache Urlaub!

In den nächsten Wochen werden meine Kommentare nicht regelmäßig erscheinen, weil auch ich Urlaub mache. Allerdings werde ich sie auch nicht vollkommen einstellen, sondern von der Brisanz der politischen Geschehnisse abhängig machen.

Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern ebenfalls einen erholsamen Sommer!

Mit Steuerini-Grüßen

 

Gerhard Kohlmaier

 


 
12-Stunden-Arbeitstag: Das Übel, nicht die Symptome sind zu thematisieren! Drucken E-Mail

Die Regierung wird nicht müde, den von ihr ins Parlament eingebrachten Initiativantrag zur Einführung des 12-Stunden Arbeitstages als win-win-Situation sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer zu verkaufen. Die Arbeitgeberseite freut sich dabei über „endlich zeitgemäße Arbeitsbedingungen“ (Wirtschaftskammer-Präsident Mahrer), die Arbeitnehmervertreter sprechen von einem „Raubzug“ (ÖGB-Präsident Katzian) gegen die Arbeitnehmer und droht - sollten Gespräche mit Regierung und zwischen den Sozialpartner zu keiner Entschärfung des Gesetzeswerkes führen - mit Kampfmaßnahmen.

Dabei sind weitere Gespräche in keiner Weise zu erwarten, denn das Vorgehen der Regierung, das Gesetz einfach ohne Einigung auf Sozialpartnerebene einzubringen, zielt ja geradezu darauf, den Einfluss der Sozialpartner, im konkreten Fall der Arbeitnehmervertreter, empfindlich zu schwächen. Unter diesem Aspekt grenzt die Hoffnung des neuen ÖGB-Präsidenten Katzian auf Gespräche mit der Regierung an eine besondere Form der Realitätsverweigerung.

Allerdings ist das nicht neu. Die ÖGB und AK-Spitzen stecken de facto seit Jahrzehnten - gemessen an den ehemals hart erkämpften Rechten von Arbeitnehmern und deren Erwartungen an ihre Interessensvereinigungen - eine Niederlage nach der anderen ein. Egal ob im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft: die Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer werden seit Jahren nicht besser, sondern eindeutig schlechter. Dazu kommt, dass die Arbeitnehmer längst von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt sind. Haben sich wirtschaftliche Entwicklung und Lohnniveau bis Mitte der 90-er Jahre noch im Gleichklang entwickelt, so sind sie nach Angaben der OECD seitdem völlig entkoppelt: seit dieser Zeit stieg zwar die Produktiviät pro Arbeitsstunde um 32,3%, die Realstundenlöne der Arbeitnehmer jedoch nur um 17,1%. Umverteilung der volkswirtschaftlich erarbeiteten Gewinne von unten nach oben zu Lasten der Arbeitnehmer nennt man das. Viel größer kann ein Misserfolg einer Arbeitnehmervertretung eigentlich nicht sein.

Die Entwicklung der Produktivität und die dazu relative Stagnation der Löhne ist das Resultat einer neoliberal ausgerichteten Wirtschaftsphilosophie, deren Vertreter zudem eine Vielzahl von prekären Beschäftigungsverhältnissen, Teilzeitbeschäftigten und so genannten „neuen Selbständigen“ geschaffen haben. Dieser neuen Arbeitswelt haben die Interessensvertretungen der Arbeitnehmer nie etwas Entscheidendes entgegensetzen können, weil sie selbst dieses neoliberale Credo im Wesentlichen stillschweigend geduldet und mitgetragen haben.

Die Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages ist nichts anderes als ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Die Absurdität des Gesetzesantrages zeigt sich nicht nur darin, dass in einer hochtechnisierten Arbeitswelt, die noch nie so gut planbar war wie heute, statt einer Reduktion der Arbeitszeit eine Erweiterung derselben angedacht wird, um die Gewinnspannen zu erhöhen, sie zeigt sich auch darin, dass die Arbeitnehmer vermehrt den Interessen der Arbeitgeber ausgeliefert werden. „Zeitgemäß“ im Sinne der Unternehmer ist daran nur eine weitere Verschlechterung von Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer sowie die Fortsetzung der Umverteilungsmaschinerie zu Gunsten der Arbeitgeber.

Wollen die Interessensvertretungen der Arbeitnehmer dieser Politik tatsächlich etwas entgegensetzen, dann wird ihr reflexartiges Aufkeimen von Drohgebärden, welches beim ersten Signal des Entgegenkommens seitens der Arbeitgeberseite, ebenso reflexartig stirbt, nicht ausreichen. Diese langjährig praktizierte Interessenspolitik, die darauf zielt, „das Schlimmste verhindert zu haben“ und das als Erfolg einer Interessensvertretung verkauft, etabliert und ermöglicht ja geradezu den geordneten Abbau von Arbeitnehmerrechten.

 

Erfolgreiche Arbeitnehmerpolitik bedeutet die Wurzel des Übels zu bekämpfen und auszumerzen, nicht die Symptome. Das bedeutet, dass es längst an der Zeit ist, einer Ideologie vom ewigen Wachstum, welches es nicht geben kann, eine wirklich zeitgemäße Arbeitswelt gegenüberzustellen, welche die neoliberalen Heilslehren enttarnt und sich den Bedürfnissen aller Menschen in einer Gesellschaft verpflichtet fühlt.

 
Woko vom 10.6.: Flug gecancelt. Ein Schaden für die Passagiere, ein Gewinn für die Flugkonzerne! Drucken E-Mail

 

Immer öfter werden Passagiere mit einer Monitorinformation auf den Flughäfen konfrontiert, welche ihnen die Schweißperlen ins Gesicht treibt: Flug gecancelt. Und das zu Recht! Denn trotz der Fluggastrechteverordnung der EU und der daraus resultierenden Ansprüche der Passagiere wie Informationspflicht, Betreuungsleistung, Weiterbeförderung und Entschädigungszahlung, werden diese von den Airlines immer häufiger ignoriert. Zahlreiche Airlines sorgen weder für Umbuchungen noch für allfällig notwendige Hotelaufenthalte. Der Kunde soll sich selbst um seine Weiterreise kümmern und bleibt immer häufiger auf entstandenen Kosten sitzen.

Verbunden mit diesem Ungemach für die Passagiere ist jedoch immer öfter eine Strategie der Luftfahrtkonzerne, ihre Gewinnspannen durch solche gecancelten Flüge auf Kosten der Fluggestrandeten zu erhöhen. Das funktioniert ganz einfach. Die großen Luftfahrtkonzerne wie beispielsweise die Lufthansa bestehen aus zahlreichen Tochtergesellschaften wie z.B. auch noch der AUA, Swiss, Eurowings und German Wings.

Fällt nun ein Flug aus, so sind die Passagiere häufig gezwungen, auf Flüge des Unternehmens auszuweichen, welche von anderen Tochterunternehmen durchgeführt werden. Aber siehe da! Nach einem gecancelten Flug steigen gleichsam im Minutentakt die Preise aller Flüge des Unternehmens zum betreffenden Zielairport. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage wendet sich  gegen den bereits geschädigten Passagier, obwohl es in diesem Fall außer Kraft gesetzt werden müsste. Und das sollte in Zeiten der digitalen Vernetzung insbesondere innerhalb desselben Konzerns eigentlich kein Problem sein. Der Kunde wird solcherart gezwungen den doppelten bis dreifachen Preis des ursprünglich gebuchten Fluges hinzublättern, damit er seinen Zielort erreicht. Ein ursprünglich gebuchter Flug von € 200.- in beide Richtungen schlägt sich dann plötzlich zusätzlich mit 300, 400 oder 500 Euro in eine Richtung nieder.

Das bedeutet, der Preis für den gesamten Flug steigt für den Kunden nun auf 500, 600 oder sogar 700 Euro. Erstattet ihn die Fluggesellschaft den ursprünglich gebuchten Flugpreis von 200.- zurück, so lukriert der Konzern nun trotzdem Mehreinnahmen pro Passagier von 100, 200 oder 300 Euro, für die der Passagier nun zusätzlich aufzukommen hat. Hat der Reisende eine Extraversicherung abgeschlossen, sprudelt das Geld eben aus dieser Quelle. Der Fluggesellschaft kann das egal sein. Dazu kommt, dass das gecancelte Flugzeug ja am Boden bleibt und damit Betriebskosten (Personal, Kerosinkosten, Flughafengebühren) eingespart werden. Auf diese Art und Weise kann ein Konzern seine Einnahmen bei einem gecancelten Flug deutlich erhöhen. Bei einem Ausfall eines Airbuses 320 können sich diese Mehreinnahmen durchaus im fünfstelligen Bereich zu Buche schlagen.

Für ausgefallene Flüge von kleineren Fluggesellschaften, deren Passagiere auf andere Flugunternehmen ausweichen müssen, gilt, was die Kunden und die für sie entstehenden Mehrkosten betrifft, dasselbe Szenario. Die Preise für die ausgefallene Destination steigen auch bei anderen Gesellschaften deutlich an. Da diese Geschäftspolitik auf Gegenseitigkeit beruht, profitieren letztlich alle Gesellschaften von Flugausfällen.

 

Gecancelte Flüge sind für Passagiere immer unangenehm. Sie führen zu Wartezeiten auf Flughäfen und Hotels, verkürzen Urlaube, schaffen Stress u.v.a.m. Aber die beschriebene Strategie der Airlines führt zusätzlich noch dazu, dass sich diese auf Kosten der ohnedies Geschädigten bereichern. Das ist ein echter Skandal und es ist höchst an der Zeit, dass solchen Machenschaften eindeutige gesetzliche Riegel vorgeschoben werden, etwa durch eine Novellierung der Europäischen Fluggastrechteverordnung.

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 2 von 65