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Kurz zum Corona-Grippe-Vergleich, 29.4. Drucken E-Mail

Bundeskanzler Sebastian Kurz im ZiB-2 - Interview mit Armin Wolf vom 29.4. über die Ansicht der Experten, ob das Corona-Virus mit einer Grippe vergleichbar sei:

Ich glaube, kein Virologe sieht das so und ich kenne auch keinen Politiker, der so etwas sagt wie das Corona-Virus sei wie eine Grippe“

Knapp eine Minute später sagt Kurz jedoch:

„Mich hat das beängstigt, dass auch manche Experten gesagt haben, das ist wie eine Grippe“

Was nun, Herr Bundeskanzler? Wie viele ihrer sogenannte Experten hatten nun welche Meinung?

Es wird Zeit, dass Sie endlich Ihren Beraterstab, dessen wissenschaftliche Datengrundlagen sowie dessen Qualifikation offen legen und die Qualität Ihrer Entscheidungen transparent machen.

 
Aktuelles Thema vom 26.4.: Cui bono? Drucken E-Mail

Cui bono?

Dass unsere neue türkis-grüne Regierung im Rahmen der so genannten Corona-Krise scheinbar staatstragende gemeinsame Auftritte, in deren Rahmen sie die Bevölkerung auf das Aushebeln zahlreicher demokratiepolitischer Rechte einschwört und es dabei mit der Verfassung nicht immer sehr ernst nimmt, ist mittlerweile bekannt.

Auffällig ist jedoch, dass sie seit Beginn des Dilemmas mit größter Beharrlichkeit darüber schweigt, welche wissenschaftlich fundierte Datengrundlage sie ihren Entscheidungen zugrunde gelegt hat bzw. wer denn nun eigentlich die sogenannten Experten sind, welche sie zu ihren Maßnahmen, nämlich ein ganzes Land wirtschaftlich, sozial und demokratiepolitisch an die Wand zu fahren, veranlassen. Auch in der von Claudia Reiterer moderierten Sendung „Im Zentrum“ vor einer Woche, in der es u.a. gerade um diese wichtigen Grundlagen ging, wurden Einladungen dazu von den Verantwortlichen ausgeschlagen.

Auffällig ist weiters, dass jedoch jene Wissenschaftler, und darunter befinden sich durchaus renommierte und anerkannte Fachleute, die seit Beginn der Corona-Epidemie eine völlig andere Einschätzung der Situation hatten und haben, offenbar bei diesen Entscheidungen keine Rolle spielten. Der vom Innenminister getätigte Satz, man solle nur der Regierung vertrauen und nicht auch anderen im Netz kursierenden Darstellungen, steht symptomatisch für diesen Kurs.

Nun ebbt die Epidemie ab. Auch in Ländern, welche auf so drastische Einschnitte in das gesellschafts-, wirtschafts- und demokratiepolitische Leben, wie sie die österreichische Regierung getätigt hat, verzichtet haben. Die so genannte Übersterblichkeitsrate ist zwar in einigen Ländern geringfügig höher als bei einer starken Grippewelle, aber weltweit hat die Corona-Epidemie bisher nach Angaben der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom 26.4. etwas mehr als 197 000 Menschen das Leben gekostet. Angeblich, muss dabei betont werden, denn die genaue Todesursache verschwimmt bei der unterschiedlichen statistischen Erhebung in den einzelnen Staaten. Nach einer Studie des „United States Centers For Disease Control And Prävention“ aus dem Jahr 2018, an der auch die MedUni Wien und zahlreich andere globale Gesundheitsorganisationen beteiligt waren, sind jährlich bis zu 650 000 Todesfälle auf durch saisonal Influenza bedingte Atemwegserkrankungen zurückzuführen. Wäre man ein Sarkast, so könnte man also noch von „Luft nach oben“ sprechen.

Sarkasmus ist jedoch nicht angebracht, wohl aber solide Analyse der Geschehnisse, besonders aber der Folgen der gesetzten drastischen Maßnahmen.

Es stellt sich dabei weniger die Frage, warum man nicht auch bei jeder jährlichen Grippewelle einen Shut Down des gesamten öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens durchgeführt hat, sondern die Frage nach den Interessen, welche gerade bei dieser Epidemie zu diesen drastischen, einzigartigen Maßnahmen geführt haben. Oder wenn Sie so wollen: Cui bono und auf welche Weise?

Wie bereits in meinem Kommentar vom 12.3. angedeutet, wird dieses Virus neue Machtverhältnisse bewirken, und zwar sowohl im nationalen als auch im globalen Bereich.

In allen Staaten, so auch in Österreich, haben Verängstigung der Bevölkerung und mediale Panikmache dazu geführt, dass die Bürger freiwillig auf die Einschränkung ihrer fundamentalen Rechte verzichtet haben. Mehr noch - sie haben es zugelassen, dass ihre wirtschaftliche Existenz und die ihrer Kinder nachhaltig gefährdet wird, dass ihr soziales und damit auch ihr politisches Leben gleichsam nicht mehr stattfindet. Sie haben sich nahezu bedingungslos unter die Fittiche von Regierungsanordnungen begeben.

Das wird nicht nur Folgen haben, das hat bereits Folgen. Nicht nur in den USA, wo ein Möchtegerndespot Haarsträubendes von sich gibt, ohne dass ihn ein Großteil der Bürger gemeinsam zur Amtsaufgabe zwingt, auch in europäischen Ländern wie beispielsweise in Ungarn, wo ein Regierungschef gleichsam die Alleinherrschaft übernimmt, ohne dass das Volk besonders murrt und die angeblich so freiheitsliebenden restlichen EU-Staaten ihn gewähren lassen. Auch aus Österreich mangelt es dabei auf höchster Regierungsebene an jenen Worten und Taten, welche seinem Treiben Einhalt gebieten.

In gewisser Weise zeigt sich bereits jetzt, dass es sich politisch durchaus lohnen kann, die Bürger von Staaten „gefügig“ zu machen, sie nur auf einen Kurs, und zwar den von den Regierung vorgegebenen, einzuschwören. Noch dazu, wenn es gelingt, dieses angeordnete Szenario mit einer Rettermission zu verbinden. Die neuesten Umfragewerte sprechen diesbezüglich eine klare Sprache: die Kurz-ÖVP kratzt darin an der absoluten Alleinherrschaft. Die Oppositionsparteien haben wieder einmal geschlafen. Zuerst haben sie die Situation und wohl auch die Sachlage zum Teil falsch eingeschätzt und haben die Regierungsmaßnahmen widerspruchslos mitgetragen. Erst seit kurzer Zeit haben sie einen Schwenk gezogen, aber wohl wieder zu spät, denn auch die Regierung muss auf Grund der gegebenen Tatsachen so eine Kehrtwendung vollziehen, wenn auch vorsichtiger, um nicht das aufgebaute Vertrauen in die Sinnhaftigkeit ihrer Maßnahmen zu zerstören. Ob und wie die politisch Verantwortlichen ihren errungenen Bonus umzusetzen gedenken, ob in Form von Neuwahlen oder aber im behutsamen Festhalten von bestimmten Maßnahmen bis zur nächsten Wahl, wird sich zeigen. Aber bei sorgfältiger „Verwaltungsarbeit“ können die Regierenden oppositionelle Kräfte für lange Zeit in den Keller der politischen Bedeutungslosigkeit schicken.

Die durch den Shot Down ausgelöste ökonomische Krise ist auf den ersten Blick eine ziemliche Katastrophe, aber bei Weitem nicht für alle. Auf der Gewinnerseite haben wir hier nicht nur Telekommunikationsgesellschaften und neue, billigere Arbeitsmethoden für die Zukunft, sondern beispielsweise den gesamten Bildungsbereich, in dem endlich das umgesetzt werden konnte, auf das man seit Jahren abzielt: die Liberalisierung eines der letzten, bisher von neoliberalen Marktmechanismen halbwegs noch verschonten Märkten. Lernen per Computer, der Lehrer als besserer Administrator, den man im Übrigen in einigen Fächern wohl auch ganz durch Programme ersetzen kann, die Eltern als Aufsichtspersonen usw. Ein Sparpotential ungeheuren Ausmaßes für die Zukunft tut sich hier für die Regierungen auf, von Personalfragen bis hin zu Verwaltungsfragen und der gebäudemäßigen Infrastruktur ohnedies teils desolater Schulgebäude, ebenso ein riesiger Umsatzmarkt für die elektronische Industrie.

Zahlen mit der Karte oder mit dem Handy ist zum Gebot der Stunde erhoben worden. Die seit langer Zeit beabsichtigte Abschaffung des Bargeldes und Auslieferung aller Bürger an die Banken sowie deren Überwachung der Kaufgewohnheiten, aber auch ihres Verhaltens insgesamt ist in der Krise ein Stück mehr zur zukünftigen Realität geworden. Der Handel über das Internet erlebt eine neue Blütezeit.

Auch die wirtschaftlichen Arbeitsmodelle, die sich während der Krise bewährt haben, können und werden wohl auch Beispielcharakter für die Zukunft menschlichen Arbeitens haben: Arbeiten von zuhause aus, Arbeiten nach Bedarfsorientierung der Unternehmen, Arbeiten für weniger Lohn.

Ja, ich denke, wir können uns darauf einstellen, dass Löhne und Gehälter, auch Pensionen in irgendeiner Form in Zukunft eine empfindliche Kürzung erfahren werden. Und wenn man weiß, dass solche Kürzungen sich für Unternehmen nicht nur einmalig auswirken, sondern gleichsam wie ein ewiger Bonus zu ihren Gunsten mitgeschleppt werden, dann kann auf lange Sicht selbst der materiell erlittene Schaden für das Unternehmertum der Zukunft zu einer Erfolgsstory mutieren. Auf der Strecke werden dabei die Arbeitnehmer bleiben und sie werden - halten sie ihre Zustimmungsbereitschaft zu den Maßnahmen der Regierungen nahezu bedingungslos bei - nicht einmal mitbekommen, wem das Ganze im Endeffekt nützt.

Man stelle sich vor, die kurz vor Ausbruch der Krise wieder einmal marod dagelegene Finanz- und Spekulationswelt hätte nach 2008 einen weiteren Finanzcrash verursacht, denn die Machenschaften der internationalen Investoren wurde ja seit der Finanzkrise nicht nur fortgesetzt, sondern sie hat sich verstärkt. Und tatsächlich stand dieses System von Spekulation und Zockerei auch seit der Finanzkrise wieder mehrere Male auf der Kippe. Wie hätte man den Bürgern der Staaten erklären können, dass sie wieder einmal zur Kasse gebeten werden, weil die Regierungen im Wesentlichen nichts getan haben, um diesem irrwitzigen Treiben Einhalt zu gebieten? Es wäre wohl nicht einfach gewesen, dies ohne ein Aufbegehren der Massen zu bewerkstelligen. Aber nun wird ein Hinweis reichen, dass Einschnitte finanzieller Art für die Mehrheit der Bevölkerung das logische Resultat eines von niemanden verschuldeten weltweiten Angriff eines winzigen Erregers ist.

Steuerentlastungen für die arbeitsnehmende Bevölkerung sind für lange Zeit wohl auf Eis gelegt, die so oft versprochene Abschaffung der kalten Progression ebenfalls. Lohn- und Gehaltseinbußen sind programmiert, Kürzungen oder Abschaffung von Sonderzahlungen werden zumindest angedacht, in Deutschland diskutiert man den so genannten Lastenausgleich, also die einmalige Abgabe von 50 Prozent des Vermögens, zahlbar in vier Raten über 30 Jahre, Vorschläge über Einstellungen von Sonderzahlungen, wie etwa dem Weihnachts- und Urlaubsgeld, geistern herum. Es ist unmöglich und nicht hilfreich, sich, was die konkreten Maßnahmen betrifft, als Hellseher zu betätigen, aber es steht wohl jetzt schon fest, dass es finanzielle Einschnitte geben wird und dass dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit die bereits bestehende Kluft zwischen Arm und Reich zum Wohle letzterer weiter auseinander triften wird.

Die Coronazeit wird aber auch nachhaltige Spuren in zahlreichen Produktions- und Branchenbereichen hinterlassen, bis hin zum wirtschaftlichen Ruin. Speziell in diesen betroffenen Marktbereichen werden wohl internationale Konzerne investieren und für neue Machtverhältnisse sorgen. Dasselbe gilt für Staaten wie zum Beispiel China, welchen ihren weltweiten Einfluss- und Machtbereich sowohl politisch als auch ökonomisch entsprechend vergrößern werden.

Covid-19 ist ein Erreger, der auch Menschen tötet. Und niemand stirbt gerne. Aber wir alle wissen, dass wir an irgendetwas sterben müssen, an irgendeiner Krankheit, an den Folgen eines Unfalls u.a.m.  Wir versuchen solche Ereignisse möglichst gut hintanzuhalten, und das ist gut so. Ob die von den Regierungen getroffenen Maßnahmen im Wirtschafts- und Sozialleben der Menschen sowie in demokratiepolitischer Hinsicht in einem vertretbaren Verhältnis zur Gefährlichkeit des Erregers stehen, scheint höchst fragwürdig. Cui bono also? Wir werden in Zukunft nur genau hinschauen müssen, um zu verstehen, warum diese Epidemie zu einer Pandemie hochstilisiert wurde. Eines aber scheint jetzt schon sicher: Die Mehrheit der Bürger wird dabei als Verlierer dastehen.

Gerhard Kohlmaier, Steuerinitiative, 26.4.2020

 
Gastkommentar, 26.4.2020: Die Corona-Epidemie ist vorüber, die gesellschaftliche Krise geht erst richtig los Drucken E-Mail

Die Corona-Epidemie ist vorüber, die gesellschaftliche Krise geht erst richtig los

In ganz Europa endet jetzt die Epidemie. Das Auslaufen erfolgt unabhängig davon, welche Maßnahmen die einzelnen Länder
ergriffen haben. Aber die Krise in der gesamten Gesellschaft geht erst richtig los. Diese Katastrophe wurde nicht vom Corona-Virus ausgelöst, sondern von den Maßnahmen der meisten Regierungen.

Erinnern wir uns an die Zeit vor rund zweieinhalb Monaten. Damals ist Covid-19 In Europa angekommen. Die Reaktion darauf zerfiel in zwei Teile.

Die einen befürchteten eine Epidemie mit hunderttausenden, ja vielleicht Millionen Toten - ausgelöst durch ein hoch ansteckendes neues Virus, welches eine tödliche Lungenkrankheit massenhaft verursacht. Ihre Sicht der Gefahr stützten sie vor allem auf Berichte von Massenmedien und den daraus entwickelten mathematischen Schätzmodellen mit willkürlichen Annahmen. Ihre Schlussfolgerung war: Ein nahezu totales Herunterfahren des sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ist notwendig.

Die anderen (ich rede hier von Mitgliedern der wissenschaftlichen Elite) sahen den neuen Corona - Virus als Teil der alljährlichen Influenza (Grippe-)welle mit den üblichen jährlich wechselnden Mutationen. Sie traten für Maßnahmen ein, die man im Rahmen einer Influenzawelle treffen sollte. Überdies machten sie genaue Vorhersagen über Verlauf und Stärke von Covid-19. In einem Satz zusammengefaßt: Es würde sich um eine Epidemie im Ausmaß einer (vielleicht) stärkeren Grippewelle handeln! Und langfristig vielleicht noch wichtiger: Sie warnten davor, dass die Folgen eines „Lock Down“ einen gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichten würde, der weit höher als der Schaden der Epidemie sein würde.

Nun sind noch viele Fragen in Bezug auf Covid-19 offen. Aber eine grundsätzliche Beurteilung der Lage ist möglich, weil es europaweit (zum Teil weltweit) ausreichend Daten gibt, die außer Streit gestellt werden können. Diese Beurteilung ist auch dringend notwendig ,wenn wir in Zukunft nicht notwendigen Schaden verhindern wollen.

Die europäische Statistik für Todesfälle (EuroMomo) weist aus:
Die Gesamtzahl der Toten entspricht dem Ausmaß (der Übersterblichkeit) einer stärkeren Grippewelle. Diese Zahl sinkt rasant - die Welle ist zu Ende.
Wie die Kritiker des „Lock Down“ bemängelt haben, wurden bei der Beurteilung des neuen Corona-Virus die weltweit anerkannten medizinisch-wissenschaftlichen Standards (der Seuchenmedizin) massiv verletzt. Die Zahl der Infizierten, die Zahl der Kranken, die Zahl der dem Virus anrechenbaren Todesfälle - alles wurde von den meisten Regierungen willkürlich durcheinander gewürfelt und (de facto) manipuliert. Dadurch wurden Horrorvisionen jederzeit modelierbar - ganz wie man es für nötig hielt.

Es wurden von den Regierungen nicht nur wissenschaftlich nicht fundierte Horrorbilder herbeigefürchtet. Noch schlimmer war, dass sie meistens ihre eigentliche Aufgabe in der Situation nicht wahrnahmen - die Veranlassung von wissenschaftlichen Studien zur Beschaffung von aussagekräftigen Daten und deren Verwendung in weiteren Studien.
Die Staaten hatten vor zwei Monaten bereits durchaus Daten, die für eine wissenschaftliche Beurteilung verwendbar waren. Hätten die (meisten) Regierungen ihre Pflicht (in der Situation) erfüllt, hätten sie seit zwei Monaten wissen können dass:
- zu keinem Zeitpunkt belastbare Daten vorlagen, die eine tödliche   Epidemie (im Ausmaß) jenseits einer Influenzawelle erwarten ließen
- die angebliche Gefährlichkeit des Virus in dem Ausmaß sank, in dem die verfügbaren Daten genau analysiert wurden
- die bewährten Regeln bei Influenza-Epidemien ( Hygiene, notfalls Einzelquarantäne und Schutz von gefährdeten Personen) der beste Weg zur Bewältigung von Epidemien der Atemwegsinfektionen sind.

Durch die völlig einseitige Auswahl von Beraterstäben (Ausnahme Schweden) wurde das Fachwissen von nationalen und internationalen Spitzenwissenschaftlern ausgeschlossen. Auch in der öffentlichen Debatte wurden diese nicht beigezogen, sondern einer strengen Zensur unterworfen und als Wirrköpfe hingestellt. Die Gesellschaft jedoch hätte gerade kritische Experten gebraucht, die eine Korrektur des wahnwitzigen Kurses eingeleitet hätten, der nun darauf hinaus läuft, dass wegen der angefachten Hysterie weitaus mehr Menschen weltweit sterben müssen, als es durch Covid-19 allein der Fall gewesen wäre.


Die wissenschaftlichen Kritiker der ersten Stunde, die mit ihren klaren Aussagen meistens recht behalten haben, warnen auch jetzt wieder: Die Quarantäne der jungen Menschen behindert den Aufbau der Herdenimmunität, die ein wesentlicher Grund für das Abflauen einer Epidemie von Atemwegsinfektionen ist. Das gleiche gilt für das faktische Ausgangsverbot (im Frühling) für alle Menschen, die nicht potentielle Risikopatienten sind. Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen zu halten ebnet erst recht den Weg für eine zweite Welle von Erkrankungen.

Die Regierungen (Ausnahme Schweden) sind nun in einem Dilemma gefangen. Die Anerkennung der wissenschaftlich fundierten Positionen in der Epidemologie setzt sie einem hohen Risiko des Amtsverlustes aus, Einfach mit der Hysterie weiter zu machen, ist aber auch nicht länger erfolgversprechend (im Sinne von Wahlsiegen). Die jährliche Welle der Atemwegsinfektionen ist im Frühling einmal vorbei - egal was die Regierungen anordnen. Die riesigen Kollateralschäden der rabiaten Therapie werden mit jedem Tag sichtbarer.

Eine scharfe Zensur hat im staatlichen Bereich und bei den Massenmedien einige Zeit gut funktioniert. Aber das Internet bekam man nie ganz unter Kontrolle. Zwar haben die Konzerne schon mitgeholfen und wissenschaftliche Beiträge gelöscht. Aber immer mehr Wissenschaftler gehen ins Internet und werden dort gehört.

Also planen die Regierungen einen Strategiewechsel. Die düsteren Bilder der Hysterie werden umgemalt. Es tauchen freundliche Farben einer möglichen „Auferstehung“ der früheren Zeiten auf - natürlich nur, wenn man den Weg der Regierung mit geht. Man wird freundlicher. Sogar die deutsche Bundeskanzlerin Merkel sympathisiert mit „Widerspruch“.
Vor allem wird aber der Kern der Argumentation umgestellt.
Aus dem drohenden Massentod wird ein ein erfreulicher Regierungserfolg. Aus der wissenschaftlichen Kritik an der hysterisch falschen Gesundheitspolitik wird der große Beweis der Richtigkeit:
Nicht die Kritiker hatten recht, weil das große Massensterben nicht eingetreten ist, sondern die Regierung hat recht, weil das große Massensterben nicht eingetreten ist! Eine wissenschaftliche Begründung für diese Behauptung haben die Regierungen nicht.

Dafür haben sie eine gut organisierte Zensur. Solange die Mehrheit der Menschen die wissenschaftlichen Informationen nicht hat, ist ein Wahlsieg der populären MacherInnen möglich. So manche werden sich mit einer Neuwahl wohl beeilen.

Aber war da nicht noch etwas? Doch, die Wirtschaft liegt nun am Boden! Aber die Regierung sagt, sie sei dafür nicht verantwortlich, es war der Virus!

Die wissenschaftlichen Kritiker haben vor dem riesigen Kollateralschaden gewarnt. Die Uno warnt jetzt vor einer großen Hungerkatastrophe.
Ich warne davor, daß es Massenerkrankungen gibt, die noch viel mehr Tote fordern als Covid-19. Wenn immer der Virus verantwortlich ist, dann haben wir jedes Jahr einen „Lock Down“ !

Hans Kohlmaier Wien, 24.04.2020


 
Aktuelles Thema: Covid-19: Langsam kommt Licht ins Dunkel Drucken E-Mail

Die Regierung kommt trotz der bis dato überfreundlichen und äußerst unkritischen Berichterstattung der Medien, welche nicht unwesentlich dazu beitrug, dass derzeit 70% der Österreicher den handelnden politischen Akteuren ein hervorragendes Krisenmanagement bescheinigt, zunehmend in Erklärungsnotstand.

Dabei ist der Eiertanz um die Frage, inwiefern das Tragen von Masken zur Eindämmung einer Ansteckungsgefahr beitragen könnte, wenig ausschlaggebend. Sicherlich, es stellt sich auch hierbei die Frage, von welchen Expertenstab sich die Regierung bei dieser Frage beraten ließ, denn noch am 28.2. erklärte Kanzler Kurz in der ZiB2: „Es bringt nichts mit Masken herumzulaufen, die einen ohnedies nicht schützen.“ Mittlerweile haben zahlreiche Ärzte auch im ORF das bestätigt, was jedem gesunden Hausverstand einleuchtet: dass nämlich jede Art von Mundschutz, die imstande ist, Tröpfchen hintanzuhalten, natürlich auch eine gewisse Art von Schutz darstellt. Und urplötzlich wird gleichsam eine Maskenpflicht eingeführt und auch Wirtschaftsministerin Schramböck verkündet am 3.4. von einem eingerichteten Prüfzentrum, welches die Qualität von Masken innerhalb von 24 Stunden überprüfen könne. Na also, geht doch!

In der Frage der Tests verhielt sich die Sache ähnlich. Kurz und Anschober sprachen sich von Beginn der Krise an vehement gegen Tests bei Menschen ohne Krankheitssymptomen aus. Erst als dann die WHO dazu aufforderte, viel mehr zu testen, vollzog Kanzler Kurz einen ersten Schwenk. Anschober hingegen blieb und bleibt diesbezüglich nahezu weiterhin linientreu. Offenbar hat ihn sein Expertenstab nicht darüber informiert, was jedem vernünftigen Menschen seit Beginn der Erkrankungswelle einleuchtete: Erst eine Vielzahl von Tests, auch repräsentativer Art innerhalb der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, kann dazu beitragen, ein Bild davon zu bekommen, wie viele Menschen tatsächlich bereits mit dem Virus infiziert sind. Nicht nur dass sich dann auch positiv getestet Personen, die von ihrer Erkrankung noch gar nichts wissen, in Quarantäne hätten begeben können und somit andere vor einer Ansteckung bewahrt hätten, viel entscheidender wären die dadurch erhaltenen Hinweise auf die Dunkelziffer der Infizierten gewesen. Denn erst dann wären die Statistiken über die durch das Virus verursachte Sterblichkeitsrate sowie über seine Gefährlichkeit aussagekräftig.

Sollte die Regierung im Nachhinein damit argumentieren - und ich befürchte dies - man habe eben im Laufe dieses außergewöhnlichen Ereignisses dazugelernt, so hinkt diese Erklärung schon alleine deshalb von vorne bis hinten, als ich auch den handelnden Personen in der Regierung so etwas wie einen gesunden Hausverstand zubillige. Das Argument, man hätte so gehandelt, weil zu wenig Masken am Markt verfügbar waren, würde bedeuten, dass man die Bevölkerung ganz einfach belogen hat. Na ja.

Vergleichsweise harmlos sind Pannen wie zum Beispiel rund um den „Oster-Erlass“ einzustufen, obwohl es sich dabei um Beschränkungen handelt, welche in Teilbereichen unsere Verfassung außer Kraft setzen würden. Dessen sollten sich Politiker eigentlich bewusst sein. Aber immerhin - Anschober hat sich mit einem „sorry“ entschuldigt und Klarstellung für Montag angekündigt. Wir werden sehen, wie diese ausfällt.

Niemand bestreitet die Existenz von Covid-19. Und es ist wohl auch unbestritten, dass jeder gerne auf den Besuch dieses Virus in seinem Körper verzichten möchte. Kein vernünftiger Mensch bestreitet auch, nach all dem, was wir bisher über dieses Virus wissen, dass es schwere Krankheitsverläufe hervorrufen kann und mitunter auch zum Tod führen kann.

Aber um die Gefährlichkeit eines Erregers beurteilen zu können, ist es ein völliger Nonsens ihn bei nur jenen Menschen durch einen Test nachzuweisen, die bereits Symptome zeigen und dann die positiv Getesteten in einem Verhältnis zu jenen Menschen zu setzen, welche das Virus zum Todeszeitpunkt in sich getragen haben. Dabei bleibt nicht nur völlig ungeklärt, ob letztlich das Virus zum Tod geführt hat, es wird jede aussagekräftige Statistik ad absurdum geführt. Das bestätigt auch der Innsbrucker Infektiologe Prof. Günter Weiss in einem ZiB-Interview vom 3.4., indem er meint, dass es sich nur schwer sagen ließe, wie viele der Verstorbenen nun tatsächlich ursächlich am Corona-Virus verstorben sind. Führende und anerkannte Wissenschaftler machen seit Beginn der Krise auf diese Diskrepanzen aufmerksam, aber ihre Analysen wurden ohne zu argumentieren nahezu sabotiert. Leider auch von den bestimmenden Medien im Land. Keine Diskussion, keine wirkliches Entkräften, der Innenminister forderte die Bevölkerung sogar im ORF auf, nur der Regierungslinie Glauben zu schenken. Entscheidungsorientierung an wissenschaftlichen Fakten sieht anders aus und wurde offenbar von der Regierung ignoriert.

Die nahezu gebetsmühlenartigen Beteuerungen der Regierung, man müsse die „Kurve“ der Infizierten „flach halten, um einen Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern, scheint auf den ersten Blick plausibel.

Allerdings kracht es in unserem Gesundheitssystem bereits bei dieser flachen Kurve an allen Ecken und Enden. Jahrelanger Abbau von Ressourcen und Sparmaßnahmen zeigen sich nun in drastischer Art und Weise.

Es stellt sich auch die Frage, warum man nicht schon in den Jahren zuvor in Zeiten der Grippewelle den „nationalen Notstand“ ausgerufen hat und zu ähnlich drastischen Maßnahmen gegriffen hat wie nun. Laut Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kostete alleine 2018/19 die Grippewelle 1400 Personen das Leben, ein Jahr zuvor sogar 2800, wobei der Infektionsgrad bei über 400 000 Menschen lag. Wer von uns erinnert sich nicht an die überfüllten Spitalsgänge, auf denen Patienten herumlagen. Im Vergleich dazu halten wir mit heutigem Tag (4.4.) nach Angaben der Regierung bei 11665 bestätigten Fällen und 186 Todesfällen. Forscher der Wirtschaftsuniversität Wien haben Ergebnisse aus Island über die Verbreitung des Virus (Im Unterschied zu Österreich wurde dort ein breitflächiges Testprogramm durchgeführt, um Aufschlüsse über die tatsächliche Verbreitung im Land zu bekommen) in verschiedenen Szenarien auf die Verhältnisse in Österreich übertragen und kamen zu dem Schluss, dass die Anzahl der Infektionen bei allen angewandten Methoden der Berechnung im Durchschnitt etwa neunmal so hoch sein dürfte wie die der bestätigten Fälle, wobei die Schwankungsbreite jedoch sehr hoch ist. Der Multiplikator könnte aber auch bei vier oder vierzehn liegen. (Stand 1.4.)

Man darf dabei nun nicht vergessen, dass die Covid-19-Erkrankung sich just zu dem Zeitpunkt einstellte, zu dem auch die jährliche Grippewelle auf einem Höhepunkt war. Es ist daher bei der derzeitigen statistischen Vorgangsweise der Regierung zu erwarten, dass mit dem Auslaufen der Grippewelle auch die Anzahl der Coronafälle abnehmen wird. Und das auch ohne drastische Maßnahmen.

Unterm Strich bleibt mehr als ein ungutes Gefühl bei der Vorgangsweise der Regierung. Ein ganzes Land buchstäblich an die Wand zu fahren, sowohl ökonomisch als auch sozial, ist eine Maßnahme, welche einer fundierten Begründung bedarf, die auch wissenschaftlich unumstritten ist. Dass das im gegenständlichen Fall jedoch nicht gegeben ist, wird immer klarer - und das ist die eigentliche Problematik.

 

Gerhard Kohlmaier, 5.4.2020

 
4.4. Langsam wird ein Umschwenken in der Argumentation vollzogen Drucken E-Mail

Immer deutlicher übernehmen auch größere Medien die kritische Haltung der „Steuerinitiative“ zum Datengebrauch und dessen Aussagekraft in der Corona-Problematik.

Es hat zwar lange gebraucht, bis die Gehirne fernab von medialer und politischer Panikmache zu arbeiten begonnen haben, aber immerhin.

Siehe: https://www.derstandard.at/story/2000116399653/bei-den-corona-zahlen-stehen-alle-im-dunkeln

 
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